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Manches Mal ist das so eine Sache mit der Erwartungshaltung. Der Wasserfall Dettifoss und sei­ne bei­den direk­ten Nachbarn, der Selfoss und der tief im Tal gele­ge­ne Hafragilsfoss, sie alle wer­den vom Gletscherfluss Jökulsa a Fjöllum gespeist und stür­zen mit rie­si­gen Wassermassen gen Meer. Insbesondere der Dettifoss domi­niert durch sei­ne Wucht die Touristenszenerie und ver­tei­digt 24/7 sei­nen Platz unter den Top 10. 

Und nun kom­men wir zu der besag­ten Erwartungshaltung. In mei­nem Geiste stel­le ich mir bei einem Gletscherfluss kla­res, fri­sches Quellwasser vor. So pri­ckelnd und rein, das man es direkt in die Flasche abfül­len könnte. 

Weit gefehlt, wie wir vor Ort fest­stel­len durf­ten. Das mit der Wucht und der Dominanz stimmt – doch der Rest ist … brau­ne Suppe. Auf dem Weg vom Gletscher in Richtung Meer nimmt der Fluss soviel Schwemm-Masse mit, das ich mir bei den Aufnahmen schon über­le­ge, ob ich nicht statt­des­sen eine Schwarz-Weiss-Fotoserie star­ten soll. Nun, am Ende habe ich mich dage­gen ent­schie­den, bringt doch das Blau des Himmels, das Grün der Wiesen und das kon­trast­rei­che Crème der Canyon-Wände genug Farbe ins Spiel, um der brau­nen Suppe entgegenzuwirken.

Und was muss ich beim letz­ten Wasserfall des Tages, dem Hafragilsfoss, aus der Distanz der Höhe ent­de­cken? Schon hier scheint sich das Braun des Wassers zu lösen und in den Windungen des Wasserlaufs las­sen sich idy­li­sche Azurjuwelen ent­de­cken. Da hat­te ich schon gar kei­ne Erwartungshaltung mehr … und wur­de umso freu­di­ger überrascht.