Die über die gesamte Insel führende Ringstrasse (bezeichnenderweise Nr. 1 bezeichnet) ermöglicht es dem geneigten Besucher eine Vielzahl von Naturschönheiten einfach mit dem Auto zu erreichen. Wobei sich mir hier die Frage aufdrängt, ob sich die Strassenbauer vor Jahrzehnten an den jetzigen Touristenattraktionen oder an der bestmöglichen Befahrbarkeit orientiert haben?

Denn egal ob zur Schlucht Fjadrargljufur (bitte mal nicht nur gedanklich aussprechen sondern wirklich versuchen), den moosbewachsenen Lavafeldern des Eyjafjallayökull (auch hier viel Spaß beim artikulieren), dem kleinen Küstenörtchen Vik mit dem wohl schönsten Strand Islands, dem 60 m in die Tiefe donnernden Skogafoss (Wasserfall) oder dem zuckersüssen Seljalandsfoss (noch ein Wasserfall, den man auch von hinten begehen kann), all diese von der Natur geschaffenen Sehenswürdigkeiten finden sich nur einen Steinwurf von der Ringstrasse entfernt.

Für den eiligen Reisenden kann dadurch natürlich eine Art Fastfood-Tourismus entstehen – anhalten, Foto mit Klick-Klick, nochmals umschauen und weiter. Für den ruhig geniessenden Reisenden bedeuten die komfortablen Anreisen jedoch, das man sich nicht mit stundenlangen Fahrzeiten quälen muss und die geschenkte Zeit lieber mit Muße für die Wasserfälle & Co nutzt.