4 weiße alte Männer, in Stein gehauen“, so umschrieb unsere Freundin Susie aus Tucson/Arizona eines der beeindruckensten Steinmetzarbeiten der USA. Jeder Kopf der ehemaligen US Präsidenten thront über uns etwa 60 Fuß hoch, G. Washington, T. Jefferson, T. Roosevelt und A. Lincoln in den Felsen des Mount Rushmore gehauen. Bei manch anderen würde diese Umschreibung von Susie nicht gerade Begeistungsstürme auslösen, doch seit ich als Kind den 1959 gedrehten Film mit Cary Grant „North by Northwest“ sah, da wusste ich: das will ich mir irgendwann persönlich ansehen. Und nun klappte es – wieder ein Haken auf der bucket list 😊.

Und abends war das Glück uns hold, erfuhren wir doch von anderen Reisenden vom sogenannten „Buffalo roundup“ im Custer State Park am kommenden Vormittag. Der Besuch stand sowieso auf unserer ToDo Liste, und so konnten wir am einmal im Jahr stattfindenden Zusammentreiben der größten Bison-Herde Nordamerikas teilhaben.

Normalerweise leben die amerikanischen Bisons, auch Büffel genannt, in freier Natur und durchstreifen die Savannen und Wälder des Custer State Parks. Immer Ende September jedoch werden alle Tiere zusammengetrieben und im Rahmen eines von Tausenden von Besuchern begleiteten Schauspiels in offene Stallungen gebracht. Doch warum setzt man die Büffel dieser stressigen und ungewohnten Prozedur aus? Nun, für 2-3 Tage verbleiten die Bisons in Gehegen, um

  • gewogen und gechipt zu werden

  • erforderliche Impfungen zu erhalten

  • Jungtiere mit Brandzeichen des Stateparks zu versehen

  • Jungtiere teilweise zu verkaufen, um den Bestand zu reduzieren bzw. zu stabilisieren

  • weibliche Büffel auf Schwangerschaft zu testen

Das nebenbei noch eifrig Fahnen geschwenkt werden, die Schönheitskönigin von South Dakota mitreitet und die Cowboys ihren Herdentrieb ausleben können – das gehört glaube ich zum jährlichen Spektakel einfach mit dazu. Auf jeden Fall gab es deutlich mehr Action zu sehen als am Tag zuvor, da staunten wir halt „nur“ über „4 weiße alte Männer, in Stein gehauen“.