Was haben Fuchs und König Carol I. von Hohenzollern-Sigmaringen miteinander zu tun, so das es sich für uns lohnt, diese beiden Themen in einem Blogbericht zu vereinen?

Reineke Fuchs trafen wir eines Abends vor der „Haustür“ inmitten des Bucegi Nationalparks. Wir werfen einen Blick nach draußen um Frischluft zu schnappen nach einem ergiebigen Sommergewitter, und plötzlich tauchte im letzten Abendlicht dieser kleine neugierige Fuchs auf, wohl auf der Suche nach etwas Essbarem. Das er sich so nah an uns herantraute, machte wie immer misstrauisch (Tollwut), doch dieser war scheinbar tatsächlich nur auf Futter aus. Seine Erkenntnis, von uns nichts zu erhalten, reifte schnell, und so trollte er sich binnen Sekunden über die weitläufige Wiese.

In direkter Nachbarschaft, etwa 20 km über eine Serpentinenstraße zurück in die tiefer gelegenen Regionen, liegt die malerisch am Berghang positionierte Stadt Sinaia. Touristisch hervorragend erschlossen (das ist meine höfliche Umschreibung für „völlig überfüllt und mit Verkaufsbuden gepflastert“) entstanden eine Vielzahl von Prachtbauten, wie Palasthotel, Badehaus und Casino, gebaut in den 1880er und Folgejahren. Alles überragend jedoch thront das Schloß Peles über der Stadt und lockt Zehntausende von Touristen an. Wikipedia offeriert hierzu gerne mehr Informationen ( https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Pele%C8%99 ). Das das Königsschloß, ausgestattet mit Zentralheizung, Elektrizität etc. sich einmal zu einem Touristenmagneten, wie vergleichsweise Schloß Neuschwanstein in Deutschland, entwickelt, hätte sich wohl auch niemand vorstellen können, insbesondere König Carol I. nicht, der bis zu seiner Jugend die Zeit auf Schloß Hohenzollern in Süddeutschland verbrachte.

Für uns ein Pflichtprogrammpunkt auf der Tour durch das vielseitige Rumänien, der uns einerseits Freude, andererseits auch Kopfschütteln über den Kommerz und den Overtourism bereitet hat. Wie gut, das Reineke Fuchs sein ruhiges Refugium in den Wäldern des Bucegi Nationalparks geniessen kann.