So manches Wissenswertes kennt man im Allgemeinen über Rumänien, einiges konnten und durften wir in den vergangenen 3 Wochen bereits kennen lernen. Von der Hauptstadt Bukarest, dem Deutsch-beeinflussten Siebenbürgen, spannenden Passstraßen, bis zum weitverzweigten Donaudelta. Andere klischeebehaftete Sehenswürdigkeiten rund um Graf Dracula sind uns ebenfalls über den Weg gelaufen und werden uns weiterhin begleiten, das lässt sich gar nicht vermeiden, besucht man denn auch touristische Hotspots.

Aktuell staunen wir aber über eine unbekannte Seite Rumäniens, geologisch durchaus bedeutsam und für uns völlig unerwartet. Auf 2 kleine, wenige Hektar große, Areale verteilen sich die die Schlammvulkane von Berca (rumänisch: vulkanii noroiosi). Bei dieser eher ungewöhnlichen Form des kalten Vulkanismus steigen Gasbläschen aus dem Erdinneren auf und fördern Schlammpartikel auf dem Weg zur Erdoberfläche. Kleine Krater entstanden und bilden so eine surreale, lebensfeindliche Landschaft, umgeben vom üppigen Grün der umliegenden Hügel. Im vergangenen Sommer auf Island wurden die Geothermalfelder von Zischgeräuschen und intensiven Schwefelgerüchen begleitet. Nichts davon hier, außer einem gelegentlichen Schlammblubbern ist hier nichts zu hören. Unbekannt faszinierend.

Rund 30 km nördlich, aber mit fast 2 Stunden Anfahrt auf schmalen Schotterwegen verbunden, entdecken wir eine mit Salzschichten überzogene Felsstrukturlandschaft, die uns ebenfalls verblüfft, zumal sich die Salzkristalle entlang des Baches wie auch auch an den Felswänden in kleinen Blumen entlang ziehen und eine Schneelandschaft imitieren. Von Salzbergwerken in Rumänien lasen wir bereits, von oberflächlichen Salzflächen an den Hängen vor uns hörten wir noch nie, geschweige denn erfuhren etwas in den Reiseführern. Schon wieder – unbekannt faszinierend.