Annähernd 2 Monate mit rund 3.500 km Wegstrecke durften wir nun Rumänien gemeinsam mit unserem Expeditionsmobil Baloo bereisen. Und was können wir daraus für ein Fazit ziehen? Je länger wir blieben, umso besser gefiel es uns.

Wie immer bedarf es etwas Eingewöhnungszeit, sich auf ein neues Land einzulassen, ob mit der Sprache, der Mentalität der Bewohner, der Währung, dem Miteinander umgehen. Die Entspanntheit, uns als Besucher des Landes mit dem eigenen Huckepack-Haus zu empfangen und uns, wo auch immer wir Parken und Übernachten wollten, entweder neutral oder mit einem Lächeln zu begegnen, färbte auf uns ab und erleichterte uns das Einlassen, Tag für Tag aufs Neue.

Und so begegneten wir einer Vielseitigkeit des uns eher unbekannten EU Landes, die uns täglich aufs neue überraschte. Die verschiedenen Regionen, ob Siebenbürgen, Walachei und Bukarest, Schwarzes Meer und Donaudelta, Moldau und Bukowina, Banat, Apuseni und Maramures, sie alle präsentierten sich mit ihren unterschiedlichen Charakteren, ihrer unterschiedlichen Flora und Fauna.

Uns unbekannte Schlammvulkane, atemberaubende Straßenpässe bis auf über 2.000 m Höhe, das weitläufige Donaudelta, schier endlose Wanderwege – was wurden wir mit tollen und für uns unerwarteten Aussichten verwöhnt.

Klapperstörche in fast jedem Dorf, Bären und Füchse in den Karpaten, Reiher und Pelikane im Donaudelta – auch wenn wir nur einen Bruchteil der heimischen Wildtierwelt erlebten, jede einzelne Begegnung entlockt ein Lächeln und hie und da auch Staunen.

Das Zusammentreffen mit Rumänen verschiedenster Herkunft stellte auch gesellschaftlich und geschichtlich jeweils ein kleines Puzzleteil des Dazulernens dar, und so konnten wir auch über die Zeit der Klöster und Wehrkirchen vor 500 Jahren einiges erfahren, über die Siebenbürger Sachsen und deren Erlebnisse während und nach dem 2. Weltkrieg einen Einblick erhalten. Ceausescus Gigantomanie in Form eines überdimensionalen Parlamentspalastes aus den 1980er Jahren präsentierte sich für uns als Teil der jüngeren Geschichte.

Kulinarisch haben wir nicht abgenommen (hoffentlich auch nicht zuviel Hüftengold etabliert), denn das Essen (und Trinken) gehört sicherlich zur rumänischen Lieblingsbeschäftigung. Ob Forelle mit Polenta (und gemustem Knoblauch), frittierten Sardinen, Fleischröllchen, Bratwurst, Kartoffeln aller Art, süßem Baumstriezel – es geht überwiegend herzhaft und fröhlich zur Sache. Ergänzt auch gerne mal mit einem selbst gebrannten Pflaumenschaps (wenn nicht gefahren werden muss, dann auch schon um 11.00 Uhr), damit das Essen nicht zu schwer im Magen liegt. Da Baloo in der Regel nicht zu übersehen ist, bildet er oftmals den Türöffner für sehr nette Gespräche, die dann mit Hochprozentigem im Magen enden.

Danke, Rumänien.