Im Grenzgebiet zwischen Niederlande und Belgien nahe Cadzand trotzten wir der Sommerhitze, und beim morgentlichen Fotoausflug zu einem nahegelegenen Vogelschutzgebiet passierte es: Die Fahrradpedale meines eBikes löste sich in Einzelbestandteile auf und zwang mich auf dem Rückweg zum Stellplatz zur fahrtechnischen Improvisation. Und das mit der Fotoausrüstung auf dem Rücken und auf dem Gepäckträger. Willkommen beim Kopfkino. Der Versuch einer Reparatur und das Telefonat mit dem Fahrradhändler brachten das ernüchternde Resultat – der Trittarm muss ausgetauscht werden, und somit war das Fahrrad für den Rest des Urlaubs unbrauchbar. Den 4 km langen Weg zum Strand am gleichen Tag konnte ich ja noch zu Fuss bewältigen, doch die geplante Fahrradtour ins 25 km entfernte Brügge am Folgetag – passé.Nun könnte ich ja schreiben, ein gelber Engel radelte da um die Ecke. Doch es war kein Fahrrad-ADAC-Mann, sondern einfach nur ein Radler mit gelbem Trikot und einem Hundekorb am Lenker. Luc und sein Hund Cartouche. Baloo ist nun mal ein Hingucker, dessen ist er sich durchaus bewusst. Entsprechend wurden wir schnell ins Gespräch verwickelt, und so erzählten wir von unserem Fahrraddilemma. Nett und hilfsbereit, wie Luc nun mal ist, bot er uns kurzerhand Folgendes an: Morgen früh um 10.00 Uhr komme er mit einem zweiten Fahrrad zu uns, und dann können wir zu dritt nach Brügge radeln. Er zeigt uns den Weg, wir können uns auf Sightseeing-Tour begeben und dann gemütlich später wieder alleine ohne ihn zurückradeln. Und er holt dann das Fahrrad am Folgetag wieder ab. Nun ist der Europäer ja per se eher misstrauisch – doch weit gefehlt mit unserer Skepsis. Denn bei näherem Kennenlernen durften wir feststellen, das Luc einfach nur nett und hilfsbereit ist – einfach klasse. Der Tag in Brügge ist gerettet, ein großes DANKE SCHÖN an Luc und Cartouche 😊.