Ich, Gunnar, gehe zuge­be­ner­ma­ßen sehr unger­ne in ein Touristeninformationszentrum. Das liegt viel­leicht dar­an, das es sich so in etwa anfühlt wie das Lesen einer Bedienungsanleitung, per se schon eine unbe­lieb­te Tätigkeit beim Mann. Tanja hin­ge­gen nutzt jede Gelegenheit, sobald sie das ein­ge­kreis­te „i“ des Infopoints mit ihrem Blick erhascht und stürmt den Laden. Kein Besuch, ohne eine der Informationsbroschüren wie­der mitzunehmen. 

So auch hier in St. Moritz im Engadin, dem Winterort der Schönen und Reichen. Hier rei­hen sich die Grandhotels neben den schi­cken Boutiquen durch das „Dorf“, und die Porschedichte ist gefühlt höher als in Stuttgart-Zuffenhausen.

Doch ich muss zuge­ben, das die von St. Moritz erstell­te Infobroschüre wirk­lich gut gemacht ist. Informativ in allen Belangen und zugleich auch noch unter­halt­sam. Denn wer wuss­te schon vor­her, das das ers­te elek­tri­sche Licht in der Schweiz am 15. Juli 1879 im Speisehotel des Kulmhotels brann­te? Oder das der schie­fe Turm der St. Mauritius Kirche mit 5,5 Grad Neigung schie­fer als Turm in Pisa zum irgend­wann umkip­pen droht? Dies und vie­le ande­re Olympia Bonmots erfährt man aus die­ser Broschüre … viel­leicht soll­te ich doch hie und da mal eine Städte-Bedienungsanleitung lesen …