Ein Expeditionsmobil wie Baloo zieht immer wieder die Blicke auf sich. Hier in den USA kennt man zum einen solch eine Fahrzeugbauweise, wenn, dann nur aus Youtube, zum anderen ist die Marke MAN auf dem amerikanischen Truckmarkt nicht bekannt. Wortspiele von kernigen Amerikanern mit dem Markennamen „MAN“ / Mann und dem offroadtauglichen Design waren da schon fast an der Tagesordnung.

Was uns allerdings in den vergangenen Wochen, wir sind ja nun representativ vom Nordosten bis hinunter in den südlichsten Westen getourt, auffiel, sind die immer wiederkehrenden Fragen, mit denen wir konfrontiert wurden. Anfangs konnten wir noch mit einem Lächeln die für uns doch merkwürdig anmutenden Fragen bereitwillig beantworten, doch im Laufe der Zeit mussten wir über die Häufigkeit des immer gleich Gestellten staunen.

Eines vorweg, denn eine der typischen Fragen in Deutschland bzw. Europa, was solch ein Auto denn wohl koste, wurde uns tatsächlich nie gestellt. In der Vergangenheit haben wir diese Frage nicht weiter ausgeführt und direkt beantwortet, da wir dies als Privatangelegenheit erachten. Wie angenehm und entspannt diesbezüglich das Reisen auf dem amerikanischen Kontinent ist, ein gewisser Sozialneid über die Definition eines Autopreises bleibt außen vor. Ein einziges Mal, am Grand Canyon, wurde uns bereits nach 3 Minuten diese Frage gestellt – und das war schwäbischer Tourist.

Die Kontaktaufnahme mit uns erfolgt vielerorts über Baloo, und es haben sich 4 typische Fragen etabliert, die ich gerne zusammen fassen möchte:

  1. where do you come from?“ Wo kommt ihr her?

Sicherlich ist dies eine scheinbar unverfänglich übliche Frage, doch auf der Front am Fahrerhaus steht in riesigen Buchstaben GERMANY / ALEMANIA, zusammen mit der Deutschlandflagge. Eigentlich steht das ja darauf, um genau diese Frage zu umgehen. Scheint irgendwie nicht zu klappen.

  1. how did you bring this rig to the US?“ Wie habt ihr dieses Gefährt in die USA gebracht?

Das war wahrscheinlich mit die häufigste Frage überhaupt, es scheint irgendwie unvorstellbar zu sein, das es Fähren gibt die den Transport von Fahrzeugen zwischen Europa und Nordamerika wöchentlich aufrecht erhalten. Irgendwann gingen wir dazu über zu ergänzen, das Fliegen und Schwimmen nun mal nicht geht.

  1. how much does it cost to ship such a rig to the US?“ wie viel kostet es solch ein Gefährt in die USA zu verschiffen?

Wenn der erste Schock, das eine Verschiffung möglich ist, überwunden wurde, schliesst sich diese Frage IMMER an. Die Antwort passen wir dann je nach Schätzung des Fragenden an, um den diplomatischen Aspekt des Gesprächs nicht aus den Augen zu verlieren.

  1. with such a rig you can go everywhere.“ Mit solch einem Gefährt könnt ihr überall hin fahren.

Diese Aussage wurde eigentlich immer als umformulierte Frage gestellt, so das ein „Don´t you?“ / oder nicht? also unausgesprochen blieb, der Tonfall des Satzes aber eindeutig war. Und ja, genau darum haben wir uns ja für Baloo entschieden, um genau in hoffentlich nicht so oft aufkommenden Situationen mit dem 4×4 etwas mehr Handlungsspielraum beim Reisen zu erhalten. Das was man eigentlich also im Vergleich zum klassischen Camper bereits sehen kann, wurde vom Fragesteller nur nochmals betont. Als ob wir dies nicht selber wüssten 😊.

Sehr häufig blieb es bei diesen 4 Fragen und ein wenig small talk, bis jeder wieder seines Weges fuhr. Zum Glück passierte es aber auch immer wieder, das nach dem Türöffnen nach diesen 4 Antworten im Anschluß tolle und interessante Gespräche stattfanden, wir einiges über Land und Leute lernten, wir lokale Tipps erhielten und so unsere Reise immer wieder abseits der Reiseführerpfade weiterführen durften.