Nach 275 Tagen des Reisens mit Baloo resüm­mie­ren wir über die Frage des Parkens (für die Schweizer: Parkierens), denn wenn wir über­wie­gend ohne Campingplatznutzung frei ste­hen, dann stel­len sich bei häu­fi­ge­rem Standortwechsel immer wie­der die glei­che Fragen: wo und wie ste­hen wir heu­te Nacht? Stets natür­lich unter der Prämisse, das das Freistehen erlaubt bzw. tole­riert wird. 

Nun kann man es sich ein­fach machen und kur­zer­hand an der nächs­ten Haltebucht rechts ran­fah­ren und pen­nen. Gemütlichkeitsfaktor = 0. 

Alternativ wird der Standplatz für die kom­men­den Stunden von Rahmenbedingungen beein­flusst, denn sowohl Sicherheit, Wohlfühlen und prak­ti­sche Aspekte bestim­men den gewähl­ten Auftenthaltsort. Das kann man lax sehen oder bis auf die Spitze trei­ben, je nach Situation. Hier möch­ten wir ein­mal ger­ne auf­zäh­len, was uns denn je nach Standort gedank­lich so alles umtreibt, wobei sich hier die Kategorien natür­lich flies­send über­schnei­den können:

Sicherheit

  • Kann ich von der Parkposition not­falls direkt ohne Rangieren los­fah­ren? Können ande­re Fahrzeuge mich einparken/versehentlich blockieren?

  • Verhindert Matsch durch auf­kom­men­den Regen ein Wegfahren? Trägt der Untergrund unser Gewicht von rund 11 Tonnen?

  • Kann etwas von Bäumen / Überhängen auf uns her­ab­fal­len? Ob Früchte, Äste oder Steine … kei­ner möch­te nachts dadurch aus dem Schlaf geris­sen werden

  • Besteht eine Aufstiegsgefahr auf das Dach durch eine hin­ter uns lie­gen­de Mauer?

Wohlfühlen

  • Gewährt uns der Standort einen schö­nen Sonnenauf /-unter­gang, erhal­ten wir eine gute Aussicht aus allen Fenstern?

  • Stören wir Nachbarn, blei­ben dis­kret, oder stört uns evtl. per­ma­nen­tes Hundegebell ?

  • Stehen wir „falsch im Wind“ und Baloo ver­ur­sacht Windgeräusche im Innern?

  • Umgibt uns die nächt­li­che Straßenbeleuchtung?

  • Gibt es 1–2 Bäume zum Aufhängen der Hängematte? Im Notfall über­nimmt Baloo 50% des Jobs 😊

  • Welche Ausflugsmöglichkeiten zu Fuß oder per Fahrrad gibt es?

Praktische Aspekte

  • Können wir, ggf. mit Ausgleichskeilen aus Holz, aus­rei­chend gera­de ste­hen? Sowohl für das Schlafen wie auch für den Wasserablauf nicht zu unterschätzen

  • Erhalten die Solarplatten aus­rei­chend Licht von oben, ohne das Schatten zu sehr stört? Wieviel Schatten benö­ti­gen wir hingegen?

  • Können wir dis­kret sit­zen, ggf. sogar mal die Wäscheleine aufhängen ?

  • Kann die Treppe für die Wohnkabine ein- und aus­ge­fah­ren wer­den, so das gefah­ren­frei und sau­ber gewohnt wer­den kann?

Nun haken wir nicht alles von die­ser Liste peni­bel ab, sobald wir den nächs­ten Standort am Strand etc. errei­chen, doch stel­len wir immer wie­der fest, das die ein oder ande­ren Erfahrungswerte mal ber­her­zigt, mal gewollt oder unge­wollt igno­riert wer­den. Doch die Prioritäten ste­hen ein­deu­tig fest – safe­ty first. Alles ande­re fin­det sich dann. 

Mancher Nicht-Langzeitreisender stellt sich das Aussuchen des Standplatzes viel­leicht immer ein­fach und selbst­er­klä­rend vor. 

Doch wenn nur ein Teil der oben genann­ten Punkte beher­zigt wer­den soll, dann ist das hie und da gar nicht mal eben zu realisieren.