Die nächtliche Dunkelheit in Las Vegas geht gnädig mit der Spielerstadt um. Doch dazu später gerne mehr. Denn der Kontrast könnte nicht größer sein zu dem wüstenartigen Gebiet rund um das sandsteinfarbene „Valley of Fire“ sowie der danebenliegenden Lake Mead Recreation Area.

Hier noch naturverbundenes Erkunden der geologischen Erdverwerfungen in einem, am abend leuchtenden feuer-orange-farbenen, Hügelkomplex. Dort einer der weltgrößten Vergnügungstempel unseres Erdballes.

Hier noch gemütliches Beisammensein mit Katrin und Hans-Jürgen (unterwegs mit ihrem MAN Otto´s Mobil), nun ein toller Teil unserer liebgewonnenen Reisefamilie, in atemberaubender Einsamkeit und Stille am nahen Ufer des Lake Mead. Dort umgeben von Zehntausenden wuselnden, vergnügungssuchenden Spielern, Schaulustigen und Theaterbesuchern.

Der Las Vegas Strip, die Flaniermeile, besuchen wir nicht zum ersten Mal, doch bieten sich im Tageslicht nicht immer die schönsten Aussichten. Unseren neugierigen Blicken entgeht wenig, und auch wenn man sich eigentlich von Glitz und Glamour berauschen lassen möchte, erwandert das Auge auch die zahlreichen Baustellen und -ruinen, die traurigen Bettlergestalten sowie die verzweifelten Versuche von Straßenkünstlern, etwas von den stetig im Geldkreislauf sich bewegenden Dollarscheinen zu erhaschen und abzubekommen.

Sobald sich jedoch die Nacht über die Stadt senkt, die Lichter der Werbetafeln, der Hotelaußenfassaden und der zahlreichen Attraktionen brennen, dann strömen die Neugierigen durch die Straße und steuern zielstrebig an die Spielautomaten und -tische. Die Schatten lassen die Älteren jünger wirken, der abgewetzte Anzug wird nun einfach nur zum Anzug, die Obdachlosen entschwinden in den dunklen Ecken und verschmelzen mit der Nacht. Ein paar Stunden nachmittags und abends auf dem legendären „Strip“ reichen uns, und tagsdrauf entschwinden auch wir wieder in Richtung Lake Mead Recreation Area – und kein künstlicher Lichtstrahl stört den Blick zum sternenklaren Firmament.