Wir klopfen an der Grenzpforte an, und es wird uns Einlass gewährt. Ganz geschmeidig, freundlich und herzlich. Willkommen in Baloos 37. Land, Uruguay. Entlang der brasilianischen Küste schleichen wir uns am östlichsten Grenzposten in Chuy weiter in Richtung Süden und wollen in den kommenden Tagen etwas entschleunigen. Die Distanzen in Brasilien sind enorm, und so freuen wir uns darauf, die Tagesetappen in den kommenden Wochen zu verkürzen, ggf. an den schönen Stränden etwas länger zu verweilen.
Das Fortaleza Santa Teresa, eine im 18. Jahrhundert von den Portugiesen erbaute Festung nahe der Küste, ergänzt ein wenig die sonnigen, aber kalten und gemütlichen Wanderungen im feinen Sandstrand. Uruguays Küsten sind berühmt, doch so jetzt im Winter herrscht Ruhe und Besinnlichkeit, nix mit La Paloma und Party. Bei frühmorgendlichen und -abendlichen Temperaturen knapp über 0 Grad kommt schon fast ein Wunsch nach Glühwein und Lebkuchen auf.
Apropos La Paloma, denn nur 2 km vom malerischen Leuchtturm von La Paloma schlagen wir in dem kleinen Küstenort für eine Nacht unser Lager auf. Perfekt für uns als Distanz, um die müden Knochen am Morgen in Bewegung zu bringen, bevor wir uns ein architektonisches Schmankerl anschauen. Die kreisrunde „Laguna Garzon Brücke“, welche die beiden Städte Maldonado und Rocha auf der Ruta 10 seit Ende 2015 miteinander verbindet, lässt sich am besten aus der Luft fotografieren. Und in einer einigermaßen windstillen Mittagsphase kann ich das kleine Fotohelferlein für ein paar Minuten steigen lassen und so die Besonderheit dieser stylischen Brücke einfangen. Und während ich diese Zeilen tippe, können wir aus allen Fenstern das Wasser des Atlantiks bzw. der Lagune sehen und dem Rauschen der Wellen lauschen. Und ab und zu springt noch ein Delfin bzw. ein Glattwal lässt seine Fluke sehen. Könnte schlimmer sein.



















