Auf Südgeorgien gibt es nur eine kleine Ansiedlung, nämlich Grytviken, die Topfbucht. Einst 1902 als Walfangstation gegründet, können Besucher heute anlanden, das Museum besuchen und den Verwaltungsakt der Einreise absolvieren. Zum Zeitpunkt unserer Ankunft waren etwa 60 Menschen vor Ort, der Zoll, etwas Militär sowie ein paar Forschungsmitarbeiter.

Wie bereits beschrieben werden neue Besucher streng kontrolliert, alle Schuhe, Rucksäcke und Kleidungsstücke akribisch auf Samen, Grashalme untersucht. Zwei Zollbeamte inspizieren das Schiff, und bevor wir das Zodiac besteigen dürfen heisst es: Zeigt her Eure Schuhe, zeigt her alle Klettverschlüsse. Dank guter Vorbereitung bestehen wir den Test und dürfen an Land.

Und so schlendern wir also zwischen Königspinguinen, Robben und rostigen Industrieanlagen in Richtung Kirche, Museum und Souvenirshop inkl. Postamt – und schauen verwundert. Denn die Verkäuferin hinter dem Tresen kennen wir doch, oder? Richtig, es ist die Zollbeamtin, die uns bereits vor einer Stunde ausgiebig inspiziert hat. Als staatliche Angestellte werden mit dem Postbriefverkauf gleich mehrere hoheitliche Aufgaben übernommen. Ganz schön flexibel, stellen wir denn fest.

Grytviken ist eng mit dem Polarforscher Sir Ernest Shackleton verbunden. Shackletons Imperiale Transantarktis-Expedition brach am 1. August 1914 von London auf und erreichte am 10. Januar 1915 das Weddellmeer, wo das Packeis ihr Schiff, die Endurance, einschloss. Das Schiff zerschellte am 27. Oktober 1915 im Eis. Die 28 Besatzungsmitglieder konnten in drei kleinen Booten zur Elephant Island vor der Antarktis fliehen. Shackleton und fünf weitere Männer erreichten mit der James Caird die Südküste Südgeorgiens. Sie kamen in Cave Cove an und lagerten am Peggotty Bluff, von wo aus sie nach Stromness an der Nordostküste wanderten. Von Grytviken aus organisierte Shackleton eine Rettungsaktion, um die verbliebenen Männer nach Hause zu bringen.“ Quelle: Wikipedia. Wer auch immer nun an das Grab von Sir Ernest Shackleton hier in Grytviken besucht, trinkt ihm zu Ehren einen Schluck Whisky. Auch wenn es erst morgens 10 Uhr ist – diese Tradition wollen wir uns nicht nehmen lassen. Cheers auf den alten Seefahrer.

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