So manche historische Wandlung muss man als Tourist in Bolivien nicht wirklich verstehen. Wir verbringen insgesamt 1 Woche in Sucre, der auf 2.850 Meter Höhe gelegenen Hauptstadt Boliviens. Doch Moment mal, die Regierungsgeschäfte werden doch in La Paz getätigt, oder? Richtig, hier lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, und wie immer hat Wikipedia dies sehr gut aufgearbeitet (https://en.wikipedia.org/wiki/Sucre).

Zu Ehren des Revolutionsführers Antonio José de Sucre wurde die Stadt La Plata 1839 zur Hauptstadt erklärt und umbenannt, nach dem wirtschaftlichen Untergang der Silberindustrie allerdings wurde der bolivianische Regierungssitz 1898 von Sucre nach La Paz verlegt. Der Gerichtshof ist geblieben, der Rest wanderte in Richtung Norden.

Wer sich ein wenig für koloniale Architektur begeistern kann und ein wirkliches Schmuckstück Boliviens besuchen will, der ist in Sucre genau richtig. Dies hat auch die UNESCO erkannt, die die letzte spanische Bastion Südamerikas in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen hat. Zu Recht, wie wir denn finden. Egal ob die Sicht von der Dachterrasse des Regierungspalastes oder vom Kloster Recoleta genossen wird, immer wieder sticht uns der rot-weiße Kontrast zwischen den alten Dachziegeln und den weiß-getünchten Fassaden ins Auge.

Der Kontrast zum bolivianischen Landleben ist immens und erscheint uns ehrlich gesagt ein wenig unwirklich. Während viele der Häuser auf dem Land aus Lehmwänden und die Straßen aus gestampftem Boden gefertigt sind, umgibt uns hier in Sucre ein Hauch von Wohlstand, Luxus und weltmännischer Art. Taxis schwirren umher, Touristen flanieren durch die Straßen, Cafés preisen leckere Schokolade und Eiscremes an. Wir geben zu – wir sind durchaus empfänglich für die Annehmlichkeiten, die uns hier offeriert werden. Sucre ist süß.

 

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