Insgesamt 5 Tage schippern wir mit der M/V Sea Spirit in den Gewässern Südgeorgiens umher. Nach dem Verlassen der ehemaligen Walfangstation Grytviken wollen wir noch 3 weitere Buchten ansteuern, die unterschiedlicher kaum sein können.
Doch wir müssen das sich ständig veränderte Wetter im Auge behalten, und so können wir in der „Royal Bay“ nur für wenige Minuten anlanden. Schneefall begleitet uns, und die Küstenlinie ist so mit Robben und Pinguinen belagert, das nur ein kleiner Strandabschnitt verbleibt, um mit einer kleinen Gruppe Besucher überhaupt anzulanden. Offiziell dürfen max. 100 Besucher an den Strand, doch hier passen gerade mal 20 Menschen an den schmalen Küstenstreifen, um die an einem kleinen Flusslauf hüpfenden Goldschopfpinguine (Makkaronipinguine) zu beobachten. Besonders herzig war ein Pinguinmännchen, das verzweifelt versucht einer angebeteten Dame einen Stein vor das Nest zu legen – und kläglich immer wieder damit scheitert.
Doch was erwartet uns im Anschluss in der „St. Andrews Bay“? Schon wieder Königspinguine, könnte man schreiben. Doch hier handelt es sich mit rund 150.000 Brutpaaren zzgl. Nachwuchs um die größte Pinguinkolonie der Welt. Frackträger soweit das Auge reicht. Wir erklimmen eine kleine Anhöhe, und von hier aus können wir das unglaubliche Ausmaß der Pinguinbesiedelung, umgeben von weißbepuderten Bergen, genießen und fotografieren. Die Rufe der mit braunem Fell bestückten Kinder nach den Eltern ergänzt sich mit den Antwortrufen, und erstaunlicherweise funktioniert es. Die Familien finden sich immer wieder, was angesichts dieser für uns alle gleich aussehenden flugunfähigen Vögel schier unmöglich erscheint. Wir hätten zudem angesichts solcher Tiermassen einen ziemlich kräftigen Geruch erwartet, doch das hält sich überraschenderweise in Grenzen. Vielleicht war uns aber auch nur der Wind ein wenig wohlgesonnen.
Wir umrunden über Nacht die Insel und erreichen am folgenden Morgen eine Bucht, die nur selten überhaupt von Expeditionsschiffen angefahren wird: Die „King Haakon Bay“, kaum beschrieben und an der nordwestlichen Küste Südgeorgiens gelegen. Eine Bucht mit majestätischen schroffen Bergen, tiefblau schimmernden Gletschern und einer gelb-grün schimmernden Mooslandschaft, die unter unseren Schritten weich und bequem federn. Eine kleine Wanderung auf einen gut erreichbaren Hügel gewährt uns Fernsichten, die Südgeorgien „at its best“ präsentieren, und in der Ferne watscheln schon wieder die Pinguine. Wir korrigieren gedanklich unsere Reihenfolge der schönsten Orte der Welt – und Südgeorgien liegt ziemlich, ziemlich weit vorne auf dieser Top 5 Liste.







































