4 Tonnen, das entspricht in etwa der Masse von 2 großen PKWs. Ganz schön schwer, würde ich sagen. Annähernd genauso gewichtig kann ein ausgewachsenes See-Elefantenmännchen auf die Waage bringen, nachdem es sich im Laufe des Winters eifrig mit Fischen und Tintenfischen den Magen vollgeschlagen hat und nun kräftig Speck auf den Rippen mit sich herumträgt.
Wir stehen mit unserem Baloo an der patagonischen Atlantikküste an der Isla Escondida, und gerade 20 Meter von unserem Stellplatz entfernt wohnt eine See-Elefantenfamilie. Das Alphatier gehört so in diese Gewichtsklasse, umgeben von ca. 30 Weibchen in seinem Harem, begleitet von einer Vielzahl von frisch geborenen Jungtieren.
30 Weibchen, das weckt Begehrlichkeiten bei den anderen Männchen, und so muss der Strandmeister des Harems ununterbrochen bei der Herde bleiben, begatten, aufpassen und die Jungspunde auf Abstand halten. Denn die möchten auch gerne Ihre Gene an die nächste Generation weitergeben, sehr zum Leidwesen des Leitbullen. Wenig Schlaf, kein Essen wochenlang, ständige Präsenz, kaum Erholung im nahegelegenen Wasser. Was ein anstrengendes Dasein, doch was macht man nicht alles um sich die Mädels bei Laune zu halten.
Bis zu 4 Tonnen Masse, die auf dem Land nur im Rollen zu bewältigen sind, schwingen scheinbar unkontrolliert über den Kiessand. Die größte Robbenart der Welt begnügt sich bei den Weibchen mit deutlich kleineren Exemplaren, weswegen es bei der scheinbar unbeholfenen Bewegung an Land durchaus vorkommen kann, das ein frisch geborenes Jungtier oder aber auch ein Weibchen schnell vom Chef des Strandes zerquetscht werden kann. „Unser“ Alphatier hier hat, trotz seines üppigen Specks auf den Rippen, solch einen Fehltritt nicht begangen. Jedoch war er bei unserer Ankunft ziemlich blutverschmiert, ein anderes Tier im Rückenfell verletzt, da ging es wohl etwas ruppiger zur Sache.
Und wenn wir uns so das Fell eines See-Elefanten, benannt im Übrigen nach seinem markanten Rüssel, im Detail so anschauen, dann zeichnen die Narben und Risse auf dem Körper von einem ereignisreichen Leben, das bis zu 14 Jahre andauert. Die Weibchen werden etwas älter, so um die 18 Jahre, müssen sie sich in ihrer Lebenszeit nicht so sehr verausgaben.




























