Es kommt auf unserer Reise selten vor, dass wir eine identische Route 2-mal fahren. Hier in Chile, welches sich mit einer Länge von rund 4.500 km entlang der Pazifikküste entlangschlängelt, lässt sich das durch die geografische Begebenheit nur schwer vermeiden. Denn wir möchten unser Ziel, die Hauptstadt Santiago de Chile, nach einem Jahr nochmalig erreichen und hier diverse Arbeiten an unserem Expeditionsmobil Baloo richten lassen.

Vertraute Orte wie Laraquete oder la Boca nutzen wir gerne nochmalig zum Übernachten. Was auch mal schön ist, wenn man bereits mit einer Erfahrung und bekannten Erwartungshaltung einen Stellplatz ansteuern kann. Auch die Metropole Valparaiso mit seinen farbenfrohen Wandmalereien (span. Murales) steuern wir gerne an und lassen uns einen leckeren Erdbeerkuchen im Cafe Marion Aleman schmecken. Was für ein freudiges Wiedersehen.

Der stärkende Kuchen als Nervennahrung war auch dringend nötig, steht uns dann in der Folgewoche ein Werkstattmarathon bevor. Montagmorgen beginnt es mit dem Einbau einer neuen Kardanwelle, damit unser seit 2 Monaten defekter Allradantrieb wieder funktioniert. Dienstag und Mittwoch steht ein Besuch der MAN Werkstatt an, hier geben wir kleine Arbeiten in Auftrag, ergänzt mit einer Rückrufaktion. Ein wenig fühle ich mich hier als Antreiber, um die „südamerikanische Arbeitsmentalität“ zu überlisten.

Damit die Woche noch komplettiert wird, steht Donnerstag ein Reifenwechsel an, der ebenfalls nach ein paar Startschwierigkeiten reibungslos über die Bühne geht.

Die Kultur darf in Chiles Hauptstadt aber bitte auch nicht zu kurz kommen, wir parken Baloo in einer Nebenstraße des Stadtteils San Miguel und schlendern durch eine Art Plattenbausiedlung, die seit 2009 auch als Freilichtmuseum genutzt wird. Denn diverse Künstler verschönerten die äußeren Hauswände mit großflächigen Wandmalereien, die es wirklich in sich haben. Immer wieder klasse, was so ein bisschen Farbe, mit künstlerischer Hand geführt, so ausmacht.


Zuguterletzt interessieren wir uns noch für den einzigen Bahà´ì-Tempel Südamerikas, der sich wie eine überdimensionale 9-blättrige Blüte am Hang der Anden harmonisch in die Landschaft einfügt. Ein Ort, der sich zur Andacht aller vorhandenen Religionen versteht und für jedermann offen steht. Wir sind von der Lage, der Architektur, aber insbesondere auch von der Herzlichkeit und Unaufdringlichkeit der Mitarbeiter vor Ort bezaubert.

Baloo fühlt sich jetzt im Übrigen wie ein Jungbrunnen, darf noch 3 Tage auf dem Campingplatz etwas Wellnessprogramm über sich ergehen lassen, bevor wir dann wieder auf zu neuen Abenteuern aufbrechen werden. Seid gespannt, wir sind es auch – und das gibt es demnächst hier wieder zu Sehen und zu Lesen, bei www.3weltreisen.de

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