Unterschiedlicher können die beiden letzten Reiseziele an der Küste Albaniens kaum sein. Etwa 3 Stunden Fahrzeit (was jedoch nicht viel über die zurückzulegenden Kilometer aussagt) trennen das besuchte Kap Rodon von der Laguna e Patokut. Sowohl was die Geographie, die Anfahrt, die Bebauung und Nutzung anbetrifft – hier treffen Welten aufeinander.

Schroffe Karstfelsen, steil abfallende Kalkwände, die pittoreske Burgruine Kalaja e Rodonit, urwüchsige Natur erwandern wir am Kap in rund 1,5 Stunden im Spätnachmittagslicht, hingegen finden wir inmitten der Lagune eine künstlich aufgeschüttete Straße mit Seitenauslegern mit einer Vielzahl von Fischrestaurants vor, die bevorzugt von Tiraner Städtern am Wochenende besucht werden.

Vor der Anfahrt ans Kap Rodon wurden wir bereits gewarnt, die letzten 15-20 km können ein wenig holprig werden. Selten wird man positiv überrascht, auch hier hat der Verkehr der letzten Jahre seine Spuren hinterlassen, so das Baloo all seine Federungen aufwarten muß. Ruhiges und gemütliches Dahingleiten hingegen auf dem Weg zur Lagune zwischen den beiden Meerseiten, nur ein paar künstliche Poller auf der Straße sollen Raser von der Attraktivität der Geraden abhalten. Alles ruhig also.

Der nahegelegene Strand am Kap Rodon befindet sich im zügigen Ausbau für den künftigen Tourismus, das eigentliche Kap Rodon verbringt seine Zeit im Dornröschenschlaf. Ein paar Ziegen verfolgen neugierig unsere Route, eine kleine Schlange auf dem Weg steckt den Kopf, jedoch nicht den restlichen Schwanz unter einem Grasbüschel. Big Business hingegen wir in der Lagune e Patokut gesehen, hier werden künstliche Strände, schicke Restaurants gefühlt im Tagestakt aus dem Boden gestampft. Selbst Google Maps schafft es sowohl in der Karten- wie auch in der Satellitenansicht nicht, die Veränderungen aktuell zu halten.

Auch wenn sich unsere Tage in Albanien hier dem Ende neigen, so gibt es doch nach wie vor vieles zu Entdecken und zu Erfahren.