Das Leben als Fischer im kleinen südchilenischen Ort Quidico scheint idyllisch zu sein. Mitnichten ist es so, auf uns wirkt es wie ein echter Knochenjob, nicht wirklich erstrebenswert. Während sich die Sonne in den Tag kämpft und gleich über die Hügelkante linst, warten die Fischer in ihren kleinen Holzbooten bereits fertig in Ölzeug geworfen auf die Fahrt aufs offene Meer. Der Wasserkanal vom gesicherten Hafen zum eigentlichen Meer ist nicht ausreichend gefüllt, und so warten die jeweils mit 4 Mann Besatzung gefüllten Kähne auf ihren Schleppservice. Es dauert nicht lange und es kommt – ein Traktor.
Behände wird ein Seil am Bug befestigt und dann kraftvoll gezogen. In Nullkommanix geht es über den nassen Sand und nach gerade mal 3 Minuten Fahrt kann schon wieder abgekoppelt werden. Das der Traktor die ganze Zeit durch Salzwasser fährt und das Metall angreifen kann, scheint hier keine Rolle zu spielen.
Tausende von Meeresvögeln wie Möwen, Scherenschnäbel, Austernfischer, aber auch Geier werden von den Bewegungen des gezogenen Bootes aufgescheucht und schwirren aufgeregt durch die Lüfte. Wir alle beobachten, wie sich das kleine Fischerboot durch die an die Küste drängenden Wellen schuftet und für viele Stunden am Horizont verschwindet.
Während bereits 2 Kühllaster im Hafen auf die ankommenden voll beladenen Schaluppen warten, kommt gleich wieder der blaue Blitz, der Traktor, zum Einsatz. Auf der Rückfahrt hat er so einige Mühe den Weg zurück in den Hafen zu bewerkstelligen, die Boote liegen so einiges tiefer im Kanal. Doch die Mühe hat sich gelohnt, die Fischer laden kistenweise Fische, vorzugsweise die silbern glänzende Sierra, in beeindruckenden Mengen aus den kleinen Bötchen. Die Makrelenart bringt so einiges auf die Waage, und jede der Plastikkisten stöhnt unter ihrem Eigengewicht.
Tja, und damit ist das Tagewerk des Fischers noch nicht beendet, nun steht erst mal noch die Reinigung des Equipments an, bevor dann irgendwann zum Sonnenuntergang ein wohlverdientes Steak gegessen werden kann. Ein harter Job, für den man zusätzlich noch auf den kabbeligen Wellen des Pazifiks einen stabilen Magen und einen guten Gleichgewichtssinn benötigt.
Nach den Beobachtungen des Treibens über 2 Tage hier Quidico wissen wir zumindest den Geschmack, die Frische und den Fangaufwand eines leckeren Fisches definitiv noch mehr zu schätzen. Und das mit oder ohne Trecker.



















