Da sitzen wir also in einem kleinen schnuckeligen Cafe im Herzen von Quebec City, schlürfen genüsslich Espresso und knabbern mit Hingabe an einem richtig leckeren Croissant. Aus dem Lautsprecher im Hintergrund läuft ein Lied aus „die wunderbare Welt der Amelie“ – und wir fühlen uns plötzlich zurückversetzt auf den europäischen Kontinent irgendwo inmitten von Paris. Wir sind froh für uns, das die charmante Bedienung Englisch spricht, keine Selbstverständlichkeit hier, ist doch die gesamte Provinz Quebec eine sprachliche und kulturelle Bastion Frankreichs im britisch puritanischen Nordosten Kanadas.

Während die namensgebende Stadt mit etwas über einer halben Million Einwohner sympatisch-altertümlich daherkommt, dominiert vom alles überragenden Chateau Frontenac, eine komplett erhaltene Altstadt aus dem 17. und 18. Jahrhundert besitzt, kontrastiert Montreal als zweitgrößte Metropole Kanadas in vielen Bereichen.

So finden sich im modernen Zentrum Montreals natürlich auch diverse historische Gebäude, dominiert von der Notre Dame, doch präsentiert sich die 1,8 Mio. Einwohner zählende Metropole als multikulturell, festivalaffin und weltoffen. Den kalten Wintern und feuchtheißen Sommern hat die 1642 gegründete Missionsstation es zu verdanken, das ein Teil der heutigen Stadt komplett unterirdisch verlegt wurde. Auf über 12 km² verteilt sich die größte vollklimatisierte unterirdische City der Welt.

Beide Städte eint eine Lage, der Lebenspuls des St. Lorenz Stroms. Zu überqueren entweder über die gewaltigen Brücken oder mit Hilfe von Fähren, die wir bis dato noch nicht getestet haben. Die gesamte Provinz Quebec dehnt sich über ein beeindruckendes Terrain aus, 5x größer als Deutschland. Jetzt, Mitte November, versuchen wir erst gar nicht die nördlichen Regionen zu erkunden, zu kalt und zu weitläufig erstrecken sich die Routen gen Norden. Auch wenn wir das nordamerikanische Frankreich demnächst wieder hinter uns lassen – die Akkordeonklänge der kleinen Amelie begleiten uns noch ein Stückchen weiter.