Der argentinische Geograf Perito Moreno erforschte im 19. Jahrhundert Patagonien sehr intensiv, und so verfolgt uns auch in diesem Blogbericht, wie schon im letzten Blog, sein Name wie ein hartnäckiger Pflanzenbüschel im Klettverschluss.
Der kaum bekannte Perito Moreno Nationalpark, rund 600 Autokilometer nördlich des gleichnamigen Gletschers gelegen, gehört zu den am wenigsten besuchten Nationalparks Argentiniens. Seine Abgeschiedenheit wirkt einem Massentourismus entgegen, zudem muss jeder einen gut gefüllten Benzintank besitzen, liegt die nächste Tankstelle rund 300 km entfernt.
Nur eine Handvoll Besucher verirren sich, trotz Hauptsaison, in die auf rund 800 Meter Höhe gelegene Region. Der azurblaue Lago Belgrano dominiert die Szenerie, umrahmt von bis zu 2.300 Meter hohen Gipfeln, die auch jetzt noch die letzten Schneereste auf ihrer Kuppe tragen. Die Temperatur passt, der Wind bläst uns nicht gleich davon und die Halbhöhenlage lädt auch uns als Nichtextremwanderer zu herrlichen Ausflügen ein. Wir erleben die patagonische Andenlandschaft noch nahezu im Urzustand, selten begegnen uns bei unseren Streifzügen Gleichgesinnte.
Obwohl es mit zahlreichen Guanacos eigentlich genug Futter gibt, bekommen wir bis dato keinen Puma zu sehen, doch auch Hasen und ein Gürteltier streifen umher und sorgen für Safarifeeling. Die Flora passt sich den harschen Bedingungen an, und die Blüten bleiben allesamt bodennah und erscheinen winddurchlässig. Wir hatten auf Grund der wenigen Informationen über den Perito Moreno Nationalpark eigentlich keine besondere Erwartungshaltung, umso mehr erfreuen wir uns an der atemberaubenden Landschaft, diesem naturbelassenen Juwel im Grenzgebiet zwischen Argentinien und Chile. Einfach nur toll.





























