Gelegentlich gelüstet es mich nach einem leckeren Stück Fleisch. Brauche ich nicht oft, doch ein gegrilltes Stück vom Schwein oder Rind so ab und zu darf es durchaus einmal sein. Dies lasse ich dann auch gerne vom Profi zubereiten, doch was machen, wenn aktuell die griechischen Tavernen coronabedingt keine Sitzplätze zum Verwöhnen zur Verfügung stellen dürfen? Der Kompromiss lautet: Tavernen-take-away. Das erste Mal nach 3 Wochen im Land der Hellenen probieren wir dies nun aus.

Betrachtet man die Halbinsel Peloponnes auf der Landkarte, dann fällt einem der handähnliche Umriss auf, wenn auch anstatt der üblichen 5 Finger nur 4 vorhanden sind. Die an den südlichen Ausläufern des Landesteils ausgestreckten Bergrücken erfreuen sich bei den Ruhesuchenden großer Beliebtheit.

Auf dem 3. Finger, dem westlichsten, werden wir im romantisch daherliegenden Hafen der Küstenstadt Koroni (nein, nicht Corona) fündig, eine Taverne bietet Essen zum Mitnehmen an – juchhuu. Am Tag zuvor in Methoni war uns das Glück hierfür leider nicht hold. Gute zwei Stunden vorher erkunden wir zu Fuß die malerischen Sträßchen, sowie die auf dem Hügel liegende venezianische Burgruine mit ihrem seit 1918 aktiven griechisch-orthodoxen Kloster. Also ausreichend Aktivität, um sich mit einem leckeren Essen zu belohnen. Zumindest rechtfertigen wir es uns selber so gegenüber 😊.

Ok, über die Aluminium-Blechnäpfe ist keiner glücklich, sowohl der herzliche Wirt wie auch wir selber nicht. Doch ohne geht es derzeit nicht, darf schliesslich kein Porzellan zur Verfügung gestellt werden. Auch wenn wir uns in Nähe des Restaurants niederlassen und es wie eine Farce erscheint – is(s)t nun mal so. Geschmeckt hat es trotzdem, auch der gegrillte Tintenfisch ist nicht umsonst in der Nacht zuvor aus dem Meer gezogen worden.