Der Einstieg in das Herz des Pantanals findet über eine unter Overlandern legendäre Route statt, die Transpantaneira. Von Pocone aus geht es 147 km in Richtung Süden bis zum Endziel, dem Hafenort Porto Jofre. Insgesamt 122 Brücken gilt es zu überqueren, die bis zumindest in der kürzeren Vergangenheit teils abenteuerliche Zustände besaßen. Mittlerweile wurden alle Brücken restauriert und die Fahrt auf der unbefestigten Straße kann gefahrlos – zumindest jetzt in der Trockenzeit – bewältigt werden. Es ist flach, und es geht immer gerade aus. Irgendwann nach gefühlten 50 Kilometern überrascht uns mal eine Kurve, die aber so lang und geschmeidig daherkommt, dass selbst das kaum wahrgenommen wird.

Wir halten uns als scheinbar einzige an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h, sind teilweise noch langsamer unterwegs, denn wir möchten doch den Einstieg in das Schwemmland in Ruhe genießen und die Tierwelt in den Gebüschen ausfindig machen. Kaimane dümpeln unter den Brücken in Hülle und Fülle, Reiher, Ibisse, Sittiche, Enten und Gänse flattern entlang der staubigen Piste und ziehen immer wieder Blicke auf sich. So manche Brücke bietet kleine Parkmöglichkeiten an, und so können wir auch die Capybaras, die Wasserschweine, mit dem Fernglas beobachten.

Über dieselbe Route werden wir in 4 Tagen auch das Kerngebiet des Pantanals wieder verlassen und bei der Gelegenheit einen ganz seltenen Vogel zu Gesicht bekommen – den Urutau. Genannt auch Riesentagschläfer oder Gespenstervogel ist dieses nachtaktive Tier selten zu erblicken, besitzt er eine perfekte Tarnung und verschmilzt förmlich mit der Umgebung. Ob Astgabelung oder tatsächlich Vogel, oftmals ist der Unterschied kaum auszumachen.

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