Mari Kondo gilt aktuelle als „Aufräumpäpstin“. Kaum jemand, der in aktuellen Zeiten an ihr vorbeikommt, wenn er vom Ausräumen / Aufräumen zuhause berichtet. Irgendjemand kennt immer irgendjemanden, der die auszusortierenden Teile zuhause andächtig in die Hand nimmt und sich fragt – macht mich das glücklich ? Nee, Mari Kondo ist mir egal.

Denn wir wollen ja nicht nur ein wenig reduzieren, sondern komplett auflösen. Von 280 qm auf 1/20 (ein Zwanzigstel) davon … genau, 14 qm bietet uns Baloo, um das Leben zukünftig möglichst draussen und bei schlechtem Wetter drinnen zu gestalten. Dabei bleibt natürlich einiges an Gütern auf der Strecke. Liebgewonnene Möbelstücke, oder Omas Küchenuhr, auf die immer beim Eierkochen geblickt wird. Und nachdem wir sie letzte Woche abgehängt haben, fehlt sie trotzdem täglich. Zumindest bis zur Abreise. 

Doch der Count down läuft, noch 16 Tage bis zur Hausübergabe Ende Juni 2020, und wenn man so zurückblickt, welche Aufgaben einem in den vergangenen Monaten über den Weg gelaufen sind, dann kann einem schon mal schwindelig werden. Denn eine Hausauflösung ist ja kein Umzug, und so wurden Dokumente eingescannt, Datensicherungen aufgebaut, Versicherungen geändert, Fotoalben aufgelöst. Frei nach dem Aschenputtel-Motto „die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“.

Ob Geschirr, Bücher, CD-Sammlung, Fahrradträger – alles musste raus. Und intuitiv fragt man sich dann doch hie und da – macht mich der Borneo-Papagei aus Holz noch glücklich? Aber klar doch, kommt in den „bleibt im Bestand“ Karton. Ob Freunde, Sozialeinrichtungen, Exxx-Kleinanzeigen oder Online-Aufkäufer – alle Möglichkeiten werden ausgeschöpft, damit möglichst wenig das Sperrmüllschicksal ertragen müssen. Doch wie findet man die richtige Balance für sich, um tatsächlich den Schritt des Loslassens zu gehen. Nun, wir haben hier eine mehrstufige Trennungsphase durchlaufen. Vor 9 Monaten gingen die leichter verzichtbaren Utensilien über den Jordan, die erste Schröpfung des Kleiderschranks konnte vollzogen werden. Nach 6 Monaten war noch kein wirklicher Leidensdruck da, doch auch hier konnte schon durch die neue Jahreszeit eine modische Reduktion erfolgen. Ach, das brauche ich vielleicht noch für einen schicken Abend … Nach weiteren 2 Monaten wurde die Luft schon enger, die Auswahl der Anzüge und Kleider auf das Minimum reduziert. Und nun, tabula rasa, Endspurt, jedes Mehrteil verursacht Kopfschmerzen und wir fragen uns – wie soll das denn noch in Baloo‘s Bauch passen ?

Ein paar Tage haben wir noch Zeit, um zu überlegen – brauche ich dies, brauche ich das unterwegs? Oder sollte es nicht doch in die Kisten für die Rückkehr?