Was müs­sen Raubvögel nur für ein fan­tas­ti­sches Sehvermögen besitzen. 

Es ist mor­gens 5.00 Uhr, der Sonnenaufgang steht kurz bevor und wir wol­len uns in Kürze die Serpentinenstraße hin­auf nach Njeguši schlän­geln. Möglichst ohne Gegenverkehr, da die 32 Haarnadelkurven für Baloo schon eine klei­ne Herausforderung an sich dar­stel­len. Auf einen ent­ge­gen­kom­men­den Reisebus ver­spü­ren wir alle 3 kei­ne Lust, dann lie­ber etwas frü­her auf den Rädern sein. Um die Dimensionen dar­zu­stel­len, las­se ich am Ende der letz­ten Kurve die Drohne flie­gen und ver­su­che alles auf ein Bild zu bekom­men. „Finde Baloo“, könn­te man das Foto auch nennen. 

Ähnliches eben­falls am auf der Bergspitze plat­zier­ten Mausoleum von Petar II. Petrović Njegoš, gele­gen im Nationalpark Lovćen. Aus der Distanz vom Parkplatz aus flie­gen wir eine Runde, um die Weitläufigkeit die­ser auf rund 1.500 m Höhe gele­ge­nen Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Montenegro ein­zu­fan­gen, bevor wir den eigent­li­chen Fußmarsch in Angriff nehmen. 

Und wäh­rend ich auf das Display zum Navigieren schaue, muss ich an das Adlerauge den­ken, das aus solch einer Höhe in der Lage ist, klei­ne Tiere wie die­sen Trauerbock (Morimus asper fun­e­reus) zu erspä­hen, zu beob­ach­ten und dann ggf. zu jagen. Auch wenn die­ser klei­ne, etwa 3 cm lan­ge Bockkäfer nicht zu sei­nem Beuteschema gehört, sehen könn­te er es trotzdem.