Wie stimmt man sich auf eine Großstadt wie Los Angeles ein? Wie groß bzw. umfangreich soll ein Blogbericht werden, der sich mit einer der berühmtesten Städte der Welt auseinandersetzt? Nun, einfach mal anfangen und lostippen und sehen, was am Ende so herauskommt.

Vor einigen Tagen stimmten wir uns bereits bei der Anfahrt mit einem klasse Hörbuch auf die Stadt der Engel ein. Der deutsche Schriftsteller Christof Weigold schrieb den Detektivkrimi „Hollywood 1921“ mit seinem Hauptdarsteller Hardy Engel. Wunderbar, wie schnell wir in das beginnende Showgeschäft Anfang des 20. Jahrhunderts hineinkatapultiert wurden.

Von Süden kommend schlängeln wir uns also mit Baloo auf dem Pacific coast Highway (PCH Nr. 1) zum mondänen Küstenort Dana Point, und im Kopf schwirren so nebenbei Melodien und Textfetzen, wie z.B. „picture postcards from L.A.“ (Joshua Kadison), oder Hollywood Hills (Sunrise Avenue). Mehr Einstimmung geht kaum.

Was ein Kontrast erwartet uns tags darauf in Venice Beach. Die einstige Künstler- und Hippiekolonie am 3 km langen Venice beach Boardwalk lässt die Kamera heißlaufen, denn skurrile Händler, begabte Straßenmusiker, selbstverliebtee Sonnenanbeter, smarte Surfer, geschickte Skater, sonnenbebrillte Biker und Muskelmänner geben sich ein kontinuierliches Stelldichein. Und das Tag und Nacht. Die Luft ist süßlich-rauchig geschwängert, leider mixt sich hie und da ein eher unangenehmer menschlicher Dunst dazwischen.

Tiffany, eine nette Bewohnerin Santa Monicas, lernten wir vor einigen Wochen auf der Baja California kennen, und freundlicherweise stellte sie uns ihren Besucherparkausweis zur Verfügung, so das wir unser Hauptquartier für 3 Tage nur ein paar Straßenzüge von der Santa Monica Strandpromenade aufschlagen können. Liebe Tiffany, nochmals Danke hierfür.

Los Angeles mit seinen 72 Vororten und rund 13 Mio. Menschen ist riesig und bietet wahrscheinlich so viele Möglichkeiten zum Besichtigen wie Farbnuancen in einem RAL-Farbenfächer – gefühlt sind es Tausende. Doch was gehört in unserem Falle zum Muss? Natürlich der Besuch und das Abklatschen am „End of the Route 66“ Schild, direkt gelegen am Santa Monica Pier. Von Chicago, Illinois bis nach Flagstaff, Arizona konnten wir alles fahren, da darf das offizielle Ende natürlich nicht fehlen.

Der Inbegriff der legendären Hollywood-Ära ist, neben den von uns nicht besuchten Filmstudios, natürlich der markante Schriftzug, am besten zu besichtigen vom Griffith Observatorium aus, gelegen im gleichnamigen Park. Direkt oberhalb des eher enttäuschenden Hollywood Boulevards sowie des parallelverlaufenden Sunset Boulevards darf auch unser Expeditionsmobil Baloo mit auf die Tagestour, natürlich ein Teilstück fahrend auf der alten und historischen Route 66. Die Entfernungen zu Fuß wären zu zeitaufwändig, die öffentlichen Verkehrsanbindungen in den größten städtischen Park Kaliforniens nicht unbedingt attraktiv für uns.

Überraschenderweise scheint Downtown LA mit seinem historischen Kern, der weiß strahlenden City Hall, dem quirrligen Grand Central Market und dem futuristisch anmutenden Bau der Walt Disney Concert Hall kein Publikumsmagnet zu sein, wir fanden es trotzdem zumindest sehenswert.

Nicht nur sehenswert, sondern einfach nur atemberaubend genossen wir also den Sonnenuntergang direkt vor der „Haustür“ am Santa Monica Pleasure Pier von 1911, bestückt mit Riesenrad und diversen Fahrgeschäften. Donnerndes Wellenrauschen, sich hinzugesellendes Möwengeschrei – und eine Sonne, die malerisch tiefrot im Pazifik versinkt. Auch das ist die Stadt der Engel, auf eine gewisse Art und Weise romantisch schön. Und plötzlich entstanden ist ein, umfangreicher als gedacht, erstellter Blogbericht mit 528 Wörtern. Geht doch.