Am spä­ten Nachmittag errei­chen wir den den Langjökull, den zweit­größ­ten Gletscher des Landes. Mit 1.316 m Höhe gehört er zwar nicht zu den höchs­ten Bergen, doch beein­dru­cken die zahl­rei­chen Gletscherzungen durch­aus. Von Westen kom­mend kön­nen wir mit Baloo bis an die Gletscherkante direkt her­an­fah­ren – und bekom­men in Form von Markierungen am Wegesrand die Dramatik der glo­ba­len Erderwärmung, aber auch der vul­ka­ni­schen Aktivität, und deren Auswirkungen aufgezeigt. 

Die Wegmarkierungen ab dem Jahre 1940 wei­sen auf die frü­he­re Eisgrenze hin. Zurückgeblieben sind nur Geröllmassen, die nun in der Sommerzeit frucht­los, abwei­send und scho­nungs­los als Hinterlassenschaft sicht­bar wer­den. Die Markierungen des Jahres 1980 – 2000 – 2020 lie­gen etwa jeweils geschätz­te 250 m von­ein­an­der ent­fernt. Noch exis­tiert der Gletscher mit sei­ner bis zu 580 Meter dicken Eisschicht und rund 900 km² Grundfläche. Doch das Eis schmilzt, die Größe schrumpft – und eines Tages wer­den auch die glet­scher­blau­en Schimmer für immer ver­schwun­den sein.