Der Jasper Nationalpark, einer der 5 großen Rocky Mountains Nationalparks Kanadas und aufgenommen in die Liste der UNESCO World Heritage Sites, überrascht uns in vielerlei Hinsicht.

Überraschung 1: wir erwarten ehrlich gesagt nicht, das eine Schwarzbärenmutti mit 2 kleinen Wuschelbabies im Schlepptau so einfach über den Baumarktparkplatz im Hauptort Jasper läuft und sich verschreckt nach einem Ausweg umsieht.

Überraschung 2: die nördliche Hälfte des Nationalparks bis zum Hauptort Jasper erreicht man von Norden kommend über den Highway 16. Dies wissen scheinbar auch hunderte von Truckfahrern, die auf dieser Route für reichlich Lärm sorgen. Und das noch begleitet von einer stündlich fahrenden Gütereisenbahn direkt daneben, so das die ruhige Nationalparkillusion ein wenig getrübt wird.

Überraschung 3: wir beobachten im Moose Lake, einem kleinen unbedeutenden Tümpel nahe des Publikumsmagneten Maligne Lake, tatsächlich eine Elchdame beim morgentlichen Bad. Rund eine halbe Stunde können wir uns entspannt mit wenigen anderen Reisenden diesem Schauspiel widmen.

Überraschung 4: wir schöpfen all unser Reservoir an Klamottenoptionen aus, schwitzen wir doch im Maligne Canyon bei rund 30 Grad am Nachmittag. Hingegen benötigen wir 2 Tage später am Columbia Icefield auf knapp 2.000 m Höhe am Vormittag bei 5 Grad Celsius Winterjacke und windfeste Mütze.

Überraschung 5: viele Berge der Rocky Mountains wurden nach bekannten und royalen Persönlichkeiten benannt, ob Präsidenten oder Wissenschaftlern. Hier im Jasper Nationalpark wurde jedoch das mit beeindruckenste Bergmassiv, Mount Edith Cavell, nach einer Krankenschwester benannt, die im 1. Weltkrieg ehrenvolle Dienst leistete und somit im kollektiven Gedächtnis hängen bleibt.

Das wir, um all diese unerwarteten Dinge zu erfahren, nebenbei Wapitihirsche, Bären, Erdhörnchen aber auch landschaftliche Ooh- und Aaah Erlebnisse durch Bergpanoramen, Schluchten sowie Wasserfälle zu sehen bekommen, rundet die kurze Zeit im 1907 gegründeten Jasper Nationalpark vollends ab.