Itaipu und Iguazu – das klingt ja schon fast wie die indigenen Geschwister aus einem Zeichentrickfilm auf Abenteuerjagd. Weit gefehlt. Über die Wasserfälle von Iguazu berichtete ich ja bereits im letzten Blogbericht, dem Nachbarn Itaipu widmen wir uns heute ausführlich, denn wir blicken für 3 Stunden in das Zentrum der südamerikanischen Energieproduktion.
Itaipu, dass man aus dem Guaranischen „Fels der klingt“ übersetzen kann, wird das bis 2006 leistungsstärkste Wasserkraftwerk der Welt, genannt. Nur rund 40 km nördlich der Iguazu-Wasserfälle gelegen befindet sich auf der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien ein Staudamm, der den Rio Parana zurückhält und so für eine gigantische Stromproduktion sorgt.
Alle Details hierzu finden sich hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Itaip%C3%BA
Täglich werden auf der brasilianischen Seite Führungen angeboten, gelegentlich auch Touren auf Englisch, die den Blick in das Innere der Betonwand und in das technische Zentrum des Kraftwerkes ermöglichen. Und wir mittendrin. So erfahren wir neben all den technischen Details auch die kleinen, eher kuriosen, Besonderheiten dieses Staudammes. Es besteht eine vertragliche 50/50 Verteilung aller Kosten und Erlöse zwischen den beiden Betreiberländern, und diese wird bis ins kleinste Detail eingehalten. Die Schaltzentrale des Wasserkraftwerkes liegt strategisch genau mittig auf der Landesgrenze, links Paraguay, rechts Brasilien. Während Brasilien mit einer Frequenz von 60Hz sein Land versorgt, werden 50Hz nebenan gehalten, auch innerhalb der Kraftwerksversorgung. Schilder und Anleitungen werden auf Portugiesisch und Spanisch geschrieben, der Schichtwechsel in der Schaltzentrale paritätisch alle 6 Stunden rotiert. 10 leistungsstarke Wasserturbinen gehören jeweils einem Land und werden turnusmäßig im Wechsel gewartet.
Das zum Bau dieses riesigen Wasserkraftwerkes mit seinem benötigten Stausee in den 1970er Jahren massenweise Zwangsenteignungen von Grundstücken und teilweise unfreiwilligen Umsiedlungen mit zu kleinen Entschädigungen stattfanden, solche Informationen finden sich natürlich nicht in den Führungen wieder. Doch wer sich nur ein wenig auf die Geschichte des Bauwerkes einlässt, der findet schnell die eher unschöne Kehrseite solch eines Projektes.
Der brasilianische Anteil des Itaipu – Staudamms gehört im Übrigen noch zur Gemeinde Foz do Iguazu, somit gehören Itaipu und Iguazu irgendwie doch eng zusammen. Wenn auch nicht auf Zeichentrickfilmabenteuerjagd.

















