Den Begriff „ein Höhepunkt auf unserer Reise durch Südamerika“ kann man gerne so oder so definieren. Nach dem Verlassen vom schönen Bolivien in Richtung Nordargentinien steuern wir einem wahrlichen Höhepunkt zu. Denn die farbenfrohe Bergformation „Serranía de Hornocal“ ist nicht nur traumhaft schön, sie liegt auch auf atemraubenden 4.300 Metern Höhe. Da überlegen wir uns schon ganz genau wie lange wir in dieser Höhe mit unserem Baloo verbleiben möchten. Nicht zu lange, haben wir entschieden, und bevor die Sonne sich komplett am Abend verabschiedet, schlängeln wir uns über die Serpentinenstraße wieder nach unten und nächtigen gerne 1.000 Meter tiefer.
Und wenn wir uns dann schon langsam nach unten an der östlichen Flanke der Anden talabwärts hangeln, da stoppen wir gerne noch unterwegs in dem ein oder anderen touristisch gut erschlossenen Pueblo und erfreuen uns auch hier an den mehrfarbigen Sandsteinformationen. Über rund 150 Kilometer begleiten wir die Landschaften, die mittlerweile auch seitens der Unesco als Welterbe geschützt werden.
Namhafte Orte wie Humahuaca, Tilcara, Purmamarca und Tumbaya überraschen uns mit einer hervorragenden touristischen Infrastruktur, die wir hier in der entlegenen Region Nordargentiniens so nicht erwartet hätten. Wobei sich nur wenige ausländische Touristen, wie wir, einfinden, überwiegend besuchen Argentinier hier das eigene Land und schlendern in den verkehrsberuhigten Dorfstraßen entlang der Souvenirstände, Cafés und Restaurants.
Die Souvenirstände biegen sich unter der Last von Taschen, Ponchos, Pullovern und Tischdecken, und wir zweifeln ehrlich gesagt ein wenig daran, ob all die Alpakawaren und sonstigen Textilien auch tatsächlich hier in der Region gefertigt werden. Oder doch etwa in Fernost? Gerne möchten wir den Beteuerungen der Verkäufer glauben, doch die schiere Masse an Decken etc. lässt uns durchaus grübeln. Auch wenn viele hübsche Artikel mit dabei sind. Um an Bargeld zu kommen, da machen es uns die Dorfbewohner nicht immer leicht. Der Bargeldtausch von US-Dollar oder Euro wird zu einem gruseligen Wechselkurs angeboten, die Abrechnung via Kreditkarte mit einem Aufschlag von 10 % belegt. Da vergeht uns schnell die Kauflust und wir beschränken uns auf das Beobachten des Marktgeschehens.
Stattdessen frönen wir lieber der Wanderlust gemeinsam mit Reisefreunden. Während uns bei der „Serranía de Hornocal“ gemeinsam mit Marion und Martin in der Höhe auf das Minimum beschränken, können wir am Ende unserer Zeit in den Anden rund um Purmamarca gemeinsam mit Monica und Igor das Morgen- und Abendlicht auf unseren Streifzügen genießen.

















