Gegensätzlicher können die landschaftlichen Kulissen kaum sein. Denn wir verlassen die Rocky Mountains mit seinen beeindruckenden, steil aufragenden Dreitausendern, legen eine kurze Stipvisite in der quirligen Metropole Calgary ein, finden uns binnen kürzester Zeit in den Weiten des Getreidegürtels von Alberta wieder. Und plötzlich, aus dem Nichts kommend, eröffnet sich uns ein Wow-Effekt. Canyons, Hoodoos, Wüstenlandschaften, Dinosaurierland.

Der kleine Ort Drumheller in der Region der sogenannten Bandlands und der rund 2 Stunden entfernte Dinosaurier Provincial Park gehören zu einem einzigartigen Labyrinth von Canyons, wie z.B. der Horseshoe-Canyon und der Horsethief-Canyon, der Dinosaurier Provinical Park wurde von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannt und entsprechend geschützt.

Kara-Lynn, eine Rangerin im Dinosaurier Provincial Park, entführt uns im Rahmen einer geführten Wanderung für 3,5 Stunden in eine eigene Welt, katapultiert uns in die Zeit vor rund 75 Millionen Jahren, in der durch Flutwellen das Leben der Urzeittiere abrupt beendet wurde. Die Wind- und Wassererosionen im Canyon legen Zeugnis ab über die Gesteinsschichten der Erde, aus der für uns klar abgegrenzt Mudstone (Schlammschicht), Sandstone (Sandstein) und Ironstone (eisenhaltiges Gestein) zu erkennen sind. Und dazwischen ragen fossile Knochen aus den Hügelhängen, ein Eldorado für Paläontologen. Über 300 Dinosaurierskelette wurden alleine in diesem Tal gefunden, hiermit gehört dieser Park mit über 40 Saurierarten zu den reichhaltigsten Fundstätten weltweit.

Was wir für uns sehr zu schätzen lernen, ist der seriöse Umgang mit der teilweise überhand nehmenden Jurassic-Park-Mentalität. Während in Drumheller vieles gerne kindgerecht mit Dinosaurierfiguren garniert wird, verzichten die Provincial Park Betreiber auf diese Effekthascherei und konzentrieren sich auf die Ausgrabungen in dieser für uns surrealen und bezaubernden Canyonkulisse.