Der tote Gaul“ hat sich durchgesetzt, auch wenn der Alternativtitel „die Reisefamilie wächst“ mindestens genauso passend gewählt hätte werden können.

In den vergangenen Tagen lernten wir in und um die Stadt Moab herum unvermittelt so viele andere Langzeitreisende mit ihrem Overlander kennen, das wir die Fülle der Informationen, der Kontakte und der Erweitung unseres Reisenetzwerkes jetzt, da wir wieder alleine reisen, erst einmal verarbeiten mussten. Ob Brigitte & René, Katrin & Hans-Jürgen, Andrea & Matthias, Monika & Andi, Linda & Sandro oder nur kurz Simone & Chris – sie alle trugen mehr oder weniger dazu bei, die Tage hier nahe des Canyonland Nationalparks im Norden von Utah mit Heimeligkeit zu füllen.

Ein Bild, das ich nachmittags beim Kaffeeklatsch in der untergehenden Sonne in gemütlicher Runde schoss, veredelte die kreative Katrin mit dem weisen Spruch:

man kann wohl den Weg wählen, aber nicht den Menschen denen man begegnet“.

Die uns umgebene Landschaft, die weitläufigen Canyons, die spektakulären Arches und weiß/rot geschichteten Sandsteinformationen begleiten uns hier auf den Streifzügen zu Fuß oder auf 4 Rädern. Ein kleiner, aber durchaus faszinierender Eyecatcher, ist der Dead Horse Point State Park. Hoch auf einer Klippe gelegen, trennt ein nur rund 30m breiter Verbindungsweg eine durch Erosion entstandene Landspitze vom restlichen Felsplateau. Die Steilwände des Plateaus erscheinen unüberwindbar – und hinunterfallen möchte hier definitiv niemand. Auch die Pferde nicht, denen eine Legende gewidmet ist.

Denn es begab sich zu einer Zeit, in der die Cowboys der Region eine Vielzahl von wilden Mustangs auf dem Felsplateau zusammentrieben, einen Zaun über den engen Verbindungsweg zogen und so die Tiere vor einer Flucht hinderten. Die Cowboys suchten sich die schönsten Tiere aus und ließen die restlichen Pferde auf der Klippe zurück, die darauf hin ohne Fluchtmöglichkeit, Nahrung und Wasser verdursteten.