Der Unterschied ist schon gewal­tig. Seit ein paar Tagen haben wir nun Island ver­las­sen und schrau­ben uns, zurück auf dem Festland, Stück für Stück aus Norddänemark kom­mend gen Süden. 

Nach 3 Monaten Abgeschiedenheit von Menschenansammlungen (Reykjavik aus­ge­nom­men), schma­len und ein­sa­men Schotterpisten, auf denen Baloo sein Revier von der lin­ken bis zur rech­ten Straßenkante ein­neh­men konn­te, müs­sen wir uns nun wie­der den übli­chen Gepflogenheiten des Straßenverkehrs anpas­sen. Als eher lang­sa­mer Fahrer fin­den sich plötz­lich wie­der Schlangen an Autos hin­ter mir an, der Takt des Lebens schlägt etwas schnel­ler hier. 

Auch die Szenerie wäh­rend der Autofahrt muss erst ein­mal wie­der in unse­rem Kopf sei­nen Platz ein­neh­men, hin­ter der nächs­ten Straßenecke erwar­ten uns kei­ne Wasserfälle, schnee­be­zu­cker­ten Bergspitzen und Vulkankegel. Stattdessen lockt in Skagen der Skagerak, in der an der nörd­lichs­ten Spitze Dänemarks Nord- und Ostsee auf­ein­an­der­tref­fen und sich die Strömungen spru­delnd mit­ein­an­der ver­mi­schen. Nett anzu­se­hen, aber nicht spek­ta­ku­lär, hier gilt es erst ein­mal wie­der Abschied von Superlativen zu neh­men. Dazu noch ein hüb­scher Leuchtturm, fein. Obwohl, gleich um die Ecke wan­dern wir durch eine der größ­ten Wanderdünen Europas, die Rabjerg Mile. Hier kommt aber nie­mand auf die Idee, die­se mit einem dick­be­reif­ten Superjeep zu durch­que­ren, um sich im Notfall vom Ranger her­aus­zie­hen zu lassen. 

Nun könn­te man ja glau­ben, das hier bei den islän­di­schen und däni­schen Nordmännern gar nicht so gro­ße Unterschiede exis­tie­ren. Weit gefehlt. Isländer haben sich in der Kommunikation auf wei­ter Flur beim freund­li­chen Grüßen eher zurück­ge­hal­ten, woge­gen hier in Dänemark die Menschen extrem tiefen­ent­spannt und freund­lich ihrem Gegenüber begeg­nen. Ach, wie wohltuend. 

Spätestens in Aalborg nach rund 1 Woche spü­ren wir jedoch beim Radeln und der anschlies­sen­den Städtetour, das wir die Akklimatisierung auf dem Festland abge­schlos­sen haben, sich Geist und Körper wie­der im Einklang befin­den. Fachwerkhäuser, ein net­tes Café, ein his­to­ri­sches Schlößchen, däni­scher Chic in der Architektur und in der Mode – die mit­tel­eu­ro­päi­sche Normalität hat uns wieder.