Soll man Chiloe, die zweitgrößte Insel Chiles, besuchen oder nicht? Schlägt einem 3 Tage der windgepeitschte Regen entgegen und das Wetter ist trübe, dann erscheint die Antwort einfach. Bei Windstille und strahlend blauem Himmel sowie toller Fernsicht sieht die Angelegenheit schon etwas anders aus.
Doch was lockt den gemeinen Touristen auf die Insel im nördlichen Patagonien? Strandliegen und Pisco Sour sind es mit Sicherheit nicht. Es lohnt sich irgendwie trotzdem. Denn es gibt Kirchen, zahlreiche Holzkirchen, genauer gesagt. Insgesamt sind es wohl so um knapp um die 150 Stück, hiervon werden seit dem Jahr 2000 16 Holzkirchen von der Unesco als Weltkulturerbe geführt. Und genau hiernach richten wir unsere rund 2-wöchige Rundtour über die Insel aus.
Der Einstieg beginnt für uns in Ancud, im Norden von Chiloe gelegen. Hier befindet sich das „Museo de las Iglesias de Chiloé“, welches einen hervorragenden Überblick der Standorte, der unterschiedlichen Architekturen und Charakteristika vermittelt.
Die Routenführung gestaltet sich für uns als nicht immer ganz einfach, die Fahrt auf den teilweise engen Straßen fühlt sich an wie auf einer Achterbahnfahrt. Nicht nur, dass wir die zahlreichen Kurven zu bewältigen haben, nein, auch wurden die Straßen den steilen Hügeln einfach angepasst, so dass es auch ständig auf und ab geht. Für mich als Fahrer recht fordernd, nur gelegentlich kann ich auch mal entspannt den Blick in die Ferne schweifen lassen.
Von außen können wir unsere zahlreich angesteuerten Kirchen ohne Probleme besuchen, beim Besichtigen von Innen, tja, da wird die Aufgabe schon etwas anspruchsvoller. Denn hier in Südamerika gibt es gefühlt 3 Informationen und 4 verschiedene Antworten. Die Infotafel der Öffnungszeiten im Hauptmuseum Ancud geben uns ein Indiz, wann wir denn erscheinen können. Im Internet finden sich zudem verschiedene Zeitfenster für Sommer / Herbst, an der Kirchenfassade selbst steht ein anderer ausgedruckter Plan, die jeweilige Touristeninformation rät dieses, die Mitarbeiter der offenen Kirchen zum nächsten Kirchenstopp ein Jenes. Ergo – nur etwa jede zweite Kirche können wir tatsächlich auch innen besichtigen oder müssen warten, des Öfteren stehen wir etwas frustriert vor verschlossenen Holzpforten. Mal geht es farbenfroh zur Sache, mal wird mit reinem Naturholz das katholische Gotteshaus gestaltet. Für unseren Geschmack reicht es sich auf die 16 geschützten Kirchen zu konzentrieren (wir haben 9 geschafft) und hiervon nur die leicht zu erreichenden Gebäude anzusteuern. Für alles andere muss man schon sehr gläubig oder holzkirchenarchitekturaffin sein.




































