Wohl jedes Land auf der Welt hat mit einer dunklen, einem traurigen Kapitel zu kämpfen. So auch Argentinien, welches von 1976 – 1983 von einer Militärdiktatur regiert wurde.

 

1976 kamen nach dem Sturz der Präsidentin Isabel Martínez de Perón die Militärs unter Leitung von Jorge Rafael Videla in Argentinien an die Macht. Während der Diktatur von 1976 bis 1983 verschwanden 20.000 bis 30.000 Menschen spurlos (die Desaparecidos), die in Opposition zu den Militärs standen oder auch nur in diesen Verdacht geraten waren. Im Stadtteil Núñez wurde damals in einer Ausbildungseinrichtung der Marine (der Escuela de Mecánica de la Armada) das größte Geheimgefängnis und Folterzentrum des Landes eingerichtet. Etwa 5000 Menschen wurden dort während der Zeit der Diktatur gefoltert und anschließend fast immer ermordet, oft durch Abwerfen der betäubten, entkleideten Opfer aus Militärflugzeugen über dem nahen Río de la Plata oder dem Atlantik. Auf diesen wöchentlich durchgeführten Todesflügen („vuelos de la muerte“) starben bis zu 2000 Menschen.

Nach einer gewissen Zeit der Militärherrschaft wurde klar – obwohl dies offiziell bis zum Ende der Diktatur abgestritten wurde – dass die Regierung hinter dem spurlosen Verschwinden der zahlreichen Vermissten stand. Ab April 1977 protestierten daher jede Woche eine Anzahl an Müttern von Verschwundenen (die Madres de Plaza de Mayo) auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast Casa Rosada, womit sie selbst in Lebensgefahr gerieten.“ Quelle: Wikipedia

Das ehemalige Militärgelände ist heute Gedenkstätte, integriert wurde das Museo „Sitio de Memoria ESMA“. Viele der Baracken sind noch in originalem Zustand, eine Vielzahl widmet sich insbesondere der Suche nach den Opfern, um den Hinterbliebenen Hoffnung und Trost zu spenden. Wir finden bei unseren Streifzügen durch die Innenstadt von Buenos Aires immer wieder die weißen Kopftücher als Mahnmal, und bis heute findet donnerstags der Protestmarsch statt.

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