Im Zentrum von Argentiniens Hauptstadt eine Drohne steigen zu lassen, so dreist bin ich nun wirklich nicht. Um also den Blick über die Szenerie von oben zu erhalten, müssen wir uns wohl selber die Treppenstufen oder den ein oder anderen Fahrstuhl suchen.
Das gestaltet sich trotz Tanjas ausgiebiger Recherche als gar nicht so einfach. Denn da gibt es die Galerie des Barolo-Palastes, der für richtig teures Geld einen Blick auf den Nationalkongress sowie die Avenida de Mayo bietet. Für uns gestrichen, da das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht stimmig ist.
Stattdessen entscheiden wir uns tagsüber für die Galerie Güemes, deren Aussichtsplattform im 14. Stock liegt. Der erste Wolkenkratzer von Buenos Aires hat über 100 Jahre auf dem Buckel, ermöglicht den Aufstieg über einen historisch klapperigen Fahrstuhl und die letzten Treppenstufen über eine schmale Wendeltreppe aus Eisen. Allein das ist den Aufstieg schon wert.
Die ehemalige Post, das heutige Kirchner Kulturzentrum „La Libertad“, gehört zu den weiteren Topspots, und hier können wir um 19.00 Uhr den Sonnenuntergang in seinen letzten Zügen erleben. Um 18.00 Uhr stellt man sich für eine kostenlose Karte zur Abendbesichtigung an, eine Stunde später werden wir im Pulk in die 9. Etage mit dem Fahrstuhl geschickt. Und hier erleben wir Buenos Aires von seiner schönsten, imposanten Seite. Denn der rosa Präsidentenpalast wie auch die Hafenkulisse mit der markanten Brücke „puente de la Mujer“ leuchten in den Nachthimmel hinein und werden von einem metropolen Lichtermeer eingebettet. Für uns ist das schon ganz großes Kino.
Natürlich streifen wir auch sonst noch gerne durch die abendlichen Avenidas, bieten sich uns doch zahllose Gelegenheiten, die beleuchteten Paläste, Kirchen und Regierungsgebäude erdnah zu fotografieren. Das Weitwinkelobjektiv leistet hier unentwegt seine Dienste, kommen wir uns doch im Vergleich zu diesen monumentalen Bauten klein wie eine Ameise vor.





























