Und, kommen beim Titel dieses Blogs bereits die ersten Rhythmen von Tango in den Hinterkopf? Bei uns auf jeden Fall, sind wir doch gespannt, ob der Tango tatsächlich im tagtäglichen Leben der Bewohner von Buenos Aires eine Rolle spielt.
Jetzt, im Winter und aufkommenden Frühling, scheint es zumindest so, dass die viel gerühmte Tanzszene in den Straßen nicht präsent ist. Wahrscheinlich ist es zu kalt, zu ungemütlich, vielleicht auch nur ein Mythos von einst. Auf dem zentralen Platz von San Telmo, in La Boca sowie auf der markanten Fußgängerbrücke „puente de la Mujer“ finden sich einzelne Tangopaare wieder, die mit einem kleinen Lautsprecher ihre Musik mitbringen und gegen eine Hutspende den Tango Argentino tanzen. Nett anzusehen, zumal der Tanz häufig auch in traditionellen Outfits präsentiert wird.
Wir buchen in der traditionsreichen Bar Sur in San Telmo eine Tangoshow mit Live-Musik, Abendessen und Getränke inklusive. In schummeriges Licht getaucht betreten wir zu viert die Bar und sind verzaubert von der reich verzierten Dekoration und dem Charme der vergangenen Jahrzehnte. Eröffnet 1967 begrüßte der Hausherr im Laufe der Zeit viele neugierige Besucher, an diesem Montagabend allerdings nur wenige. Dennoch war Senor Ricardo Montesino, Jahrgang 1941, persönlich vor Ort und verfolgte als graue Eminenz im Hintergrund das Geschehen. 3 Tanzpaare, 2 SängerInnen sowie die Band sorgten für etwas über eine Stunde für grandiosen, sportlich dominierten Tango auf der kleinen Tanzfläche.
Tango als Lebensgefühl, das wird unserer Meinung nach für uns kaum sichtbar nachts in den Milongas zelebriert. Doch das liegt sicherlich auch daran, dass wir keine Nachtschwärmer sind, um das von der UNESCO als immaterielles Kulturgut anerkannte Vergnügen zu beobachten.



























