Wer es bisher noch nicht mitbekommen hat, Tanja liebt Murals, also Wandbilder an den Straßenfassaden. Kaum ein künstlerisch gut erstelltes Motiv ist vor ihr sicher und soll von mir fotografiert werden. Hier in Buenos Aires gibt es viele Murals, sehr, sehr viele. Entsprechend werde ich an jeder 3. Straßenecke gebeten die Kamera zu zücken und die künstlerisch verwendete Wandfarbe festzuhalten. Zu meinem Leidwesen sind die Street-Art-Künstler hier in Argentinien echt gut. Und es lohnt sich wirklich, immer wieder stehen zu bleiben und zu versuchen die vergängliche Kunst (leider gibt es Graffitisprayer die glauben ihren Senf dazu geben zu müssen) auf digitales Zelluloid zu packen.
Und so wächst und wächst die Sammlung der gesichteten Motive täglich, und große Betonwände, die ohne Bearbeitung einfach nur schäbig und langweilig aussehen würden, bekommen plötzlich große Aufmerksamkeit, so dass innerhalb der touristischen Szene sogar eigene Mural-Besichtigungstouren angeboten werden. Gefühlt haben wir bei unseren Streifzügen durch die Straßen bereits alles gesehen, was es zu sehen gibt, daher können wir uns solch eine begleitete Tour mit gutem Gewissen sparen.
Ein kleines Mädchen fällt uns bei der Sichtung von Wandbildern, aber auch in Form von niedlichen Skulpturen immer wieder auf: Mafalda.
Wie, den Namen haben wir ehrlich gesagt noch nie gelesen oder gehört. Doch hier ist die kleine Comicfigur Mafalda, erstmalig gezeichnet 1963, absoluter Kult. Der Künstler Quino wurde beauftragt ein neunmalkluges 5jähriges Mädchen zu zeichnen, mit optischer Anlehnung an die Peanuts. „Sie tritt für den Weltfrieden, Gerechtigkeit, Demokratie und die Frauenbewegung ein und ist weltanschaulich immer ein Stück schlauer als ihre Eltern. Mafalda liebt die Beatles und hasst Suppe.“ Quelle: Wikipedia
Im Stadtteil San Telmo befindet sich eine kleine Bank, auf der die Skulptur von Mafalda brav mit Schleife im Haar und sittsam gefalteten Händen auf Besuch wartet. Und für ein Selfie mit Mafalda bildet sich am Wochenende eine rund 30m lange Warteschlange, unglaublich. Was uns wiederum aufzeigt, wie präsent und beliebt die kleine Madame nach über 60 Jahren immer noch ist. Ein kleines Vorbild für ganze Generationen an Argentiniern, ob groß oder klein, alle kennen Mafalda.





























