Was für ein Kontrast. Wir lassen also die Millionenmetropole Los Angeles hinter uns, passieren Santa Barbara und folgen der Küstenstraße 1 gen Norden. Als langjährige Wahl-Kieler mit dänischen Nachbarn sind wir mal wieder neugierig und lenken Baloo ein kleines Stück ins Hinterland und erreichen Solvang, die größte dänische Gemeinde in den USA. Rund 2/3 der Einwohner besitzen dänische Wurzeln, entsprechend hygge ist der Baustil, eine Anlehnung an die einstige europäische Heimat. Muckelige Fachwerkhäuschen, Windmühlen, die dänische Flagge, leckeres Backwerk – was man sich halt so in den USA unter dänischer Kultur so vorstellt. Das es auch noch eine spanische Mission, Santa Ines, gibt und ebenfalls touristisch vermarktet wird – geschenkt.

Kontrastreicher wird es nochmalig, denn zurück auf der Route 1, dem Pacific Coast Highway, erleben wir Natur pur. Seelöwen, Seeotter und auch eine große See-Elefanten Kolonie tummeln sich im nahrungsreichen Pazifik. Kormorane, Pelikane und anderes Federvieh gleiten über die Wellen hinweg und beteiligen sich am leckeren Frischfischessen.

Und dann nähern wir uns dem landschaftlichen Höhepunkt der Küstenlinie, Big Sur. Der Küstenstreifen zwischen San Simeon und Carmel-by-the-Sea schlängelt sich etwa 100 km durch eine malerisch schroffe Bergwelt. Nicht umsonst gilt diese Passage als eine der schönsten Straßen der Welt.

Empfohlen wurde uns diese Reiseetappe von einer Vielzahl von anderen Reisenden, sowohl US-Amerikanern wie auch von ausländischen Globetrottern. Wir müssen „unbedingt“ diese Küstenstraße fahren, selbst für unseren Baloo ist dies kein Problem. Was aber von niemandem erwähnt wurde, ist das Parken. Dies zum einen in einigen Städten, zum anderen über Nacht auf dieser Strecke. 76 Meilen Übernachtungsverbot auf dieser Strecke entlang der Route 1. Die wenigen offiziellen Campgrounds waren entweder zu klein für Baloo, oder sie waren ausgebucht. Das Abfahren auf Seitenstraßen ist schier unmöglich, das es kaum Straßen gibt. Kämpften wir da etwa alleine mit dem Problem? Die Sonne senkte sich also langsam, färbte sich orange – und weit und breit keine Möglichkeit zum nächtlichen Stehen. Am Ende fanden wir eine halblegale Ecke und konnten den Abend ausklingen lassen, doch die Schräglage am Hang ließ sich nicht ganz ausgleichen. Und so rollten Tanja und ich hie und da ungewollt des Nächtens an die Bettkante. Mit dem Blick durch das Dachfenster in den sternenklaren Himmel, den rauschenden Wellen in den Ohren, dem säuselnden Blättern am Waldesrand. Gute Nacht, John-Boy.