Willkommen

Wohlfühlend

Warmherzig

Wir überqueren also am Sonntag in dem kleinen Ort Tekate die Grenze von den USA nach Mexiko und vermeiden bewusst den Moloch rund um Tijuana. Die Halbinsel Baja California hängt als Halbinsel wie ein langer, knochiger Finger am westlichen Festland. Aufgeteilt in die zwei Bundesstaaten BC Nord und Süd, wollen wir den nördlichen und vermeintlich unattraktiveren Teil durchqueren und uns mehr dem zentralen Teil mit seinen weitläufigen Küstenstreifen widmen. Rund 3 Millionen Menschen leben auf der rund 1.300 km langen und 45 bis 170 km breiten Halbinsel, hiervon jedoch rund 90 % in den 3 Nordmetropolen Tijuana, Mexicali und Ensenada sowie der südlichen Hauptstadt La Paz. Dazwischen – fast nichts, außer Wüste, Kakteen, Küste und Berge. Eine der unbewohntesten Regionen der Erde.

Willkommen fühlen wir uns beim problemlosen Grenzübertritt von der ersten Minute an. Der Besuch beim Bäcker in Tekate ist eine kulinarische und herzliche Offenbarung. Leckere Hefeteilchen und lauwarme gefüllte Empanadas wechseln für wenig Geld den Besitzer und füllen Magen und die Vorratskiste.

Wohlfühlend streifen wir durch den Küstenort Ensenada. Wir decken uns auf dem Fischmarkt mit frischem und geräuchertem Fisch für die kommenden Tage ein, packen diesen in das bereitstehende Gefrierfach. Natürlich genießen wir gleich gegenüber des kleinen Marktes in einem der zahlreichen Restaurants die ersten authentischen Fisch- und Shrimp-Tacos. Für umgerechnet einen Euro pro Stück super lecker. Drei gerollte Teile für jeden von uns und der Mittag ist gerettet.

Warmherzig werden wir auch Tage später von einer mexikanischen Familie verabschiedet, denen wir in der Laguna Manuela mit unseren Sandblechen aushelfen konnten, nachdem sich ihr PKW mit seinen abgefahrenen Reifen (glatt wie Formel 1 Slicks) im weichen Treibsand festgefahren hatte. Irgendwie benötigen wir die Sandbleche scheinbar öfter für andere Fahrzeuge als für Baloo (zum Glück).

Apropos www, die Netzabdeckung ausserhalb der Ortschaften ist grottig, somit zelebrieren wir automatisch mit der Einsamkeit an den Stränden gleichzeitig auch ein Online-Detox. Selbst wenn wir denn über unsere lokale Telcel Simkarte online gehen wollten – wenn kein Netz vorhanden ist, dann nützt auch die Simkarte nix.