Wir fahren zurück mit dem Schiff zum geplanten Anlandepunkt des Vortages, Portal Point. Warum, das lässt sich ganz einfach beantworten. Denn Portal Point gehört zu den wenigen Stellen des Festlandes der Antarktis, die gut mit dem Zodiac anzulanden sind. Und das wollen wir ja schon, unsere Füße erstmalig auch auf dem festen Grund des 7. Kontinentes setzen. Für mich, Gunnar, ist es tatsächlich der letzte fehlende Kontinent, den ich bis dato noch nicht erreicht habe, für Tanja der vorletzte in unserer Wunschliste des Lebens. 

Windstille, Sonnenschein, wir bekommen den Eindruck, dass sich die Antarktis von Ihrer weißblauen prächtigsten Seite präsentieren will. Mächtige Eisberge dümpeln im Wasser, und es ist für uns nur schwer vorstellbar, dass rund 90 % der Eismasse nicht sichtbar unter der Oberfläche schwimmt. Immer wieder kracht, für uns jedoch nicht sichtbar, ein Eisbrocken aus den Gletschern und kalbt in die spiegelglatte See hinab. 

An unserem letzten Ausfahrtsplatz, Palaver Point, werden wir von einer kleinen Eselspinguinkolonie verabschiedet, und mit Wehmut registrieren wir, dass sich unsere fast 3- wöchige Reise auf der M/V Sea Spirit zu den Falklandinseln, Südgeorgien und der antarktischen Halbinsel bald dem Ende neigt. Die Schiffscrew organisiert zwei feuchtfröhliche Partys am Ende dieser gelungenen Reise, und 2 letzte berühmt-berüchtigte Fahrtage stehen uns noch bevor. Denn die Drakepassage ist für ihre hohen Wellen, tückischen Winde und schaukeligen Fahrten bekannt. Drake Lake oder Drake Shake, flacher See oder geschüttelter See – etwas hiervon steht uns bevor. Aber was, das wissen wir noch nicht im Detail. Unsere Befürchtungen bestätigen sich glücklicherweise nicht, denn Tag 1 ist perfekt ruhig, Tag 2 mit ca. 4 m hohen Wellen auch ganz ok, wenn auch nicht ganz ruckelfrei. Doch wir dümpeln in den letzten Stunden vor der Rückkehr nach Ushuaia noch eine Weile durch den Beagle Kanal und können so die Reisetaschen ohne Probleme wieder befüllen. 

Unsere Erwartungen an diese einmalige Reise waren im Vorfeld zugegebenermaßen hoch, steht ja auch ein nicht unerhebliches Investment dahinter. Doch was wir mit den mitreisenden Reisefreunden Janina, Jutta und den beiden Peters erleben durften, übersteigt bei weitem das Erhoffte. Wetter, Wellen, die Professionalität der Schiffsbesatzung, alles hat dazu beigetragen diese Expedition zu einem einmaligen Erlebnis zu vereinen. Und hierfür sind wir überglücklich und unglaublich dankbar. 

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