4 Wochen weilen wir nun schon im Osten Kanadas – und aktuell befinden wir uns im Algonquin State Park, Ontario. Kanada, wer denkt da nicht automatisch an Weite, Bären – und natürlich Elche. Wer jedoch glaubt, alle 8 bis 10 Kilometer an der Straße einen winkenden Elch zu Gesicht zu bekommen, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Ist leider nicht so. Seid gefühlten und gefahrenen 4.000 Kilometern passieren wie ein Elch-Warnschild nach dem anderen. Und nichts passiert. Weit und breit kein Elchalarm. Auf Nova Scotia gab es mal eine kurze Begegnung mit einer schüchternen Elchdame am Straßenrand – und nach nicht einmal 2 Sekunden verschwand sie im Unterholz und wollte partout nicht fotografiert werden.

Mit Kamera und Geduld bewaffnet durchstreifen wir also wandernd die lichten Wälder und hoffen auf ein mächtiges Tier mit Schaufelgeweih, doch wo befinden sich denn nun die 3.000 Elche? Und dann trifft man am nächsten Morgen die Nachbarn auf dem State Park campground, hält einen Schwatz und erfährt so beiläufig, das an Kilometer 19 ein Muttertier mit 2 Jungtieren die Hauptstraße kreuzte. Und warum passiert uns das nicht? Eichhörnchen, Vögel können wir ja mit (erlaubten) Sonnenblumenkernen locken, doch alles an Großtier scheint unsere Stossgebete nicht zu erhören, denn auch Bären, Wölfe, Füchse, Bieber sind eigentlich zahlreich vorhanden, und meiden unser Sichtfeld. Dabei bietet der Algonquin State Park doch alles und stellt jetzt in der ruhigeren Spätherbstphase alle Voraussetzungen zur Verfügung, die ein oder andere Begegnung zu ermöglichen.

Nun wie auch immer, bis zum Top-Shot eines geweihtragenden Waldbewohners müssen wir uns wohl oder übel mit dem schwarz-gelben Schild begnügen – und der Hoffnung, das sich vielleicht doch hinter dem nächsten Baum oder auf der nächsten Lichtung ein Kandidat verbirgt. Also immer schön die Augen aufbehalten.