Eines vorweg – ich entschuldige mich schon mal jetzt vorweg bei Allen, die an meinem im heutigen Bericht, der ein wenig mit Klischeedenken gefüllt ist, Anstoß nehmen. Doch es ging leider nicht anders … denn wir gastieren gerade in Alberobello, der Stadt der Zipfelmützen. Manch einer bezeichnet die 12.000 Einwohner zählende Ortschaft als eine der Phantasievollsten ganz Italiens. Unser erster Gedanke, als wir das von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkanntes Areal mit den rund 1.400 Trulli, also den merkwürdig kegelförmig gebauten Rundhäusern sahen: Schlumpfhausen? Ein Alternativfilmort für Hobbitfans im Auenland? Die Heimat der 7 Zwerge? Der Traum von manch Männerfantasien?

Bereits im 15. Jahrhundert wurden in diesem Gebiet, einem ehemaligen Eichenwald, die Bäume gerodet und die ersten Rundhütten mit den charmanten weissgekalkten Außenwänden erbaut. Doch warum rund und mit den kuriosen Zipfelvarianten auf den Steindächern? Nun, dies beginnt mit den steuerlichen Belangen der Süditaliener bei der Gründung der Siedlung. Naturgemäß ist der Italiener nicht unbedingt der freiwillige Steuerzahler (Achtung: Klischee !!!). Doch damit ist er nicht alleine, so wollten die Holländer früher ja auch keine Gardinensteuer zahlen, daher gibt es dort keine Vorhänge an den Fenstern. In Apulien wurde bereits im 15. Jahrhundert eine Steuer für die Erbauung eines neuen Dorfes erhoben, doch bei provisorischen Gebäuden, die schnell abzureissen wären, ist dies hinfällig. Ergo wurden die Häuser ohne Mörtel gebaut, erhielten das Aussehen von behelfsmäßigen Bauten und die Steuerpflicht entfiel. Das älteste uns über den Weg gelaufene Häuschen trug ein 1400 A.D. über der Eingangstür. Ganz so provisorisch wurde wohl doch nicht gebaut.

Die blauen Lichter der nächtlichen Animation liessen uns dann doch wieder überlegen… doch Schlumpfhausen?