Was für ein ereignisreiches, spannendes Jahr 2022 liegt hinter uns. Große Erlebnisse, kleine Geschichten, tolle Begegnungen mit bereits bekannten Freunden, interessante Treffen mit vielen neuen Menschen, deren Aufeinandertreffen manches Mal flüchtig blieben, manches Mal aber Auftakt zu neuen Freundschaften wurden.

Die Statistiken des Reisens durch die Baja California, USA und Kanada bleiben gerne erspart, aus den übrig gebliebenen 4.000 Bildern habe ich jedoch 12 Bilder herausgesucht, die den Rückblick pro Monat etwas begleiten sollen.

Kakteen, soweit das Auge reicht, begleiten uns im Januar im Süden Arizonas sowie der mexikanischen Baja California. Die mexikanische Halbinsel, auf der wir auch im Februar weilen, legt mit netten Begegnungen anderer Reisender die Grundlage für weiterfolgende Treffen in 2022. Tiffany gewährt uns Parkmöglichkeiten in Santa Monica, Achim und Helga wachsen uns später in Vancouver ans Herz, einen geselligen Abend verbringen wir mit Rob und Amy aus Utah, und Don und Kim öffnen uns ihr Haus und Herz fast 10 Monate später in Prescott / Arizona. Und nebenbei wird auch noch bei einem Bootsausflug ein Pelikan aus einer Angelschnurmisere befreit.

Der Westen der USA geizt nicht mit landschaftlichen Höhepunkten, und der gutbesuchte Yosemite Nationalpark liegt im März auf unsere Route gen Norden. Denn unser Zwischenziel liegt weiter nördlich, Seattle erreichen wir im April. Jeff und Shannon leben dort, und bereits zum vierten Mal nach Uganda, USA und Deutschland freuen wir uns auf das Treffen. Bis in den späten Abend spielen wir, Jeff und ich, im Garten „corn-in-hole“ und vertiefen unsere Freundschaft.

Die Weite Kanadas bringt uns der Wildnis Stück für Stück näher, und im Mai bestaunen wir zahlreiche Begegnungen mit Schwarz- und Grizzlybären. Das wir im Laufe des Sommers über 50 Tiere zu sehen bekommen, beflügelt und motiviert uns zu manch morgentlichem Aufstehen. Flügel können wir auch im Juni mieten, um in einem Kleinflugzeug über die spektakulären Gletscherzungen des Kluane Nationalparks zu fliegen. Wir erleben im doppelten Sinn einen emotionalen Höhenflug.

Alaska, der eigentliche Start der Panamericana, füllt unseren Sommer – und es gibt einiges im Überfluß. Weite, Kilometer, Mosquitos, Regen. Aber auch Seeotter, Lachse, ein paar Bären, Elche, Stachelschweine, Adler und vieles Tierleben mehr. Unsere Schweizer Freunde Adolf und Rosmarie, kennengelernt auf Island im Sommer 2020, begleiten uns ein Stück auf dem Dempster Highway. Und natürlich fotografieren wir den Mount Denali im Juli, wenn die Nächte kurz und die Tage lang erscheinen. Lang mussten wir gar nicht warten, als wir im Norden Kanadas im August den Native Ed kennenlernen und wir beide gemeinsam ein kleines Preisgeld beim hiesigen Hufeisenwerfen gewinnen. Beim Hühnerkackenbingo gabs leider keine Tickets mehr, das hätte ich auch gerne noch ausprobiert.

Am letzten Freitag im September dürfen wir, zurück in South Dakota/USA, den größten Büffelzusammentrieb im Custer State Park verfolgen – Wild West Atmosphäre pur, yippeeh. Wie gerne wäre man da einfach auf den nächsten Mustang gesprungen, um bis in den Oktober hinein direkt zum Arches Nationalpark zu reiten, der seit über 30 Jahren auf meiner Wunschliste steht. Der Haken auf der Bucket List ist gesetzt.

Hoch hinaus blicken wir in Utah nur mit ein bischen Sehnsucht, steigen doch bei der „Page Balloon Regatta“ im November zahlreiche bunte Heißluftballoons hinauf ins Firmament. Die wenigen Mitfahrgelegenheiten sind begrenzt und begehrt, ähnlich auch der Lotterie für die Sandstein-Felsformation „the Wave“, für die wir bedauerlicherweise nur eine Niete ziehen. Unsere „Reisefamilie“, wie wir unsere getroffenen Mitstreiter des Langzeitreisens gerne bezeichnen – wächst, blüht und gedeiht. Mit Rene/Brigitte, Zsolt/Emese sowie Katrin/Hans-Jürgen zum Beispiel, und wir sind dankbar für jede neue Erfahrung und Begegnung.

Das Jahresende klingt beschaulich im Dezember, wieder zurück auf der Baja California, gemeinsam mit Ute und Uwe, aus. Mit ähnlichem Fahrzeug unterwegs kreuzen sich unsere Wege seid über 2 Jahren auf dem europäischen und amerikanischen Kontinent – Treffen, die zusammenschweißen und den Erfahrungsaustausch vereinfachen und die Sorgen und Nöte kleiner werden lassen, die Freude des Erlebten jedoch vergrößern. Danke 2022, wir freuen uns auf deinen Nachfolger.